Ein "Mann in Schwarz"

Ein "Mann in Schwarz"

Er galt lange Jahre als Doyen der Trierer Pianisten und war mit eigenen Konzerten in der Moselstadt über viele Jahre präsent. Seine größten Erfolge hatte er indes als Klavierpädagoge. Heute wird Hugo Monden 80 Jahre alt.

Trier. Er ist ein Meister der Selbstdarstellung. Der Prospekt, mit dem sich Hugo Monden jahrelang den Konzertveranstaltern und dem Publikum vorstellte, verbreitete eine Aura des Edlen und Entrückten. Und das dominierende Schwarz in seinem Outfit, das ihm den Beinamen "Mann in Schwarz" eintrug, signalisierte künstlerische Autonomie und Entschiedenheit dazu.
Monden wurde am 13. September 1936 in Antwerpen geboren. Seine Lehrer waren Lode Rosquin an der Flämischen Musikhochschule seiner Heimatstadt, der spanische Konzertpianist Eduardo del Pueyo in Brüssel und Winfried Wolf am Salzburger Mozarteum, wo er 1967 Preisträger der Internationalen Sommerakademie wurde. Außerdem studierte Monden Cembalo bei Robert Veyron-Lacroix in Paris, damals der führende Cembalist Frankreichs.
1970 kam Monden nach Trier und machte durch Auftreten und Interpretationsstil rasch von sich reden. Dass er im historischen Dreikönigenhaus residierte, entsprach absolut seinem Selbstverständnis. Monden kann schon durch seine noble Präsenz beim Auftritt für sich einnehmen. Ein seelenloser Klavier-Mechaniker ist er nie gewesen. Doch hinter der ausgefeilten Selbstdarstellung verbirgt sich auch eine verletzliche, von Nervosität geplagte Künstlerseele. Es konnte passieren, dass Monden mitten in einem Konzert entnervt aufgab. Und die Tätigkeit als künstlerischer Leiter der heutigen Dom-Museumskonzerte beendete er, weil ihm das Kleinklein kunstorganisatorischer Arbeit zur Belastung wurde.
Dabei ist Mondens sensibles Naturell bis heute hervorragend geeignet für die Musik des französischen Impressionismus. Debussy und Ravel liegen ihm. Da verbindet sich die Deutlichkeit seines Anschlags geradezu ideal mit einem ausgeprägten Klangsinn.
Erfolgreich und in der Region viel gefragt ist er vor allem als Lehrer gewesen. Herbert Fandel, jetzt Leiter des Bitburger Kulturamts, wurde von Monden grundlegend geprägt. "Er hat mir ein Fenster geöffnet zur Welt der Kultur", sagt Fandel heute. Hugo Monden lebt seit einiger Zeit in Koblenz. Vollständig hat er sich auch mit 80 Jahren von öffentlichen Auftritten nicht zurückgezogen. Ein Konzert im Echternacher Trifolion musste zwar abgesagt werden - Mondens langjähriger Lebenspartner war gerade gestorben. Aber am 9. Oktober 2016 um 17 Uhr wird der belgische Pianist im Kulturhaus Oberwesel spielen - selbstverständlich Musik von Claude Debussy. Und auch in Trier gibt es Bestrebungen, Monden für ein öffentliches Klavierkonzert zu gewinnen. Auch mit 80 Jahren: Monden bleibt für die Kultur der Region eine wichtiger Aktivposten.

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