1. Region
  2. Kultur

Ein Niedecken mit vielen Facetten: Kölner Kultband Bap reißt in Trier 4300 Zuhörer mit

Ein Niedecken mit vielen Facetten: Kölner Kultband Bap reißt in Trier 4300 Zuhörer mit

Partystimmung, besinnliche Momente und ein 65-jähriger Wolfgang Niedecken, der sein Publikum mit Unterstützung hervorragender Musiker nach wie vor mitreißt: Selten erlebt man eine Band, der man den Spaß am Spielen so anmerkt wie der vor 40 Jahren gegründeten Kölner Gruppe Bap.

Wie schafft man es, dass sich 4300 Menschen innerhalb weniger Sekunden von ihren Sitzen erheben? Ganz einfach: Man schickt Wolfgang Niedecken mit seinen Mitstreitern von Bap auf die Bühne und lässt sie ein oder zwei Akkorde spielen. So geschehen in der Trierer Arena beim jüngsten Auftritt der Kölner Kultband, die vor 40 Jahren gegründet worden ist.

Die Musiker von Bap haben ihr Publikum vom ersten Moment an hinter sich. Kein Wunder, denn in der ausverkauften Trierer Arena spielt eine Band, die sichtlich Spaß an ihrer Musik hat und dies unmittelbar auf das Publikum überträgt.

Zwar steht mit Wolfgang Niedecken das einzig verbliebene Gründungsmitglied und das Gesicht von Bap im Vordergrund. Doch nicht nur der 65-jährige, sondern alle Musiker zeigen eine Spielfreude, die mitreißt. "Frau, ich freu mich, ne schöne Jrooß" - die Besucher des Konzerts tanzen, klatschen, wippen mit. Dabei ist während des mehr als drei Stunden dauernden Konzerts mit den besten Liedern aus 40 Jahren nicht nur Party angesagt. Die ruhiger anmutenden Stücke vom neuen Bap-Album "Lebenslänglich" genießen die Besucher im Sitzen, und bei den Klassikern wie "Jupp" vom 1981 erschienenen Album "Für Usszeschnigge" erweist sich das andächtige Publikum als textsicher und singt jedes Wort mit.

Niedecken bleibt sich während des Konzerts treu, gibt sich so authentisch, wie seine Fans ihn kennen und lieben. Der humorvolle Niedecken wie bei "Vollkasko-Desperado", als er die Selfie-Erlebnisse mit einem Fan schildert. Der mahnende Niedecken, wenn er an das aus dem Fokus geratene Afrika mit seinen zahlreichen Bürgerkriegen und die Kindersoldaten zu sprechen kommt. Der kämpferische Niedecken, der mit "Arsch huh" zur Zivilcourage aufruft. Der politische Niedecken, als er den Klassiker "Kristallnacht" ansagt: "34 Jahre alt und immer noch aktuell". Der heimatliebende Kölner, der sich an seine ersten "unfassbaren Auftritte der Welttournee durch die Südstadt" erinnert. "Wir Römer müssen doch zusammenhalten", appelliert er an die Besucher in der Arena Trier und die gemeinsame Vergangenheit der Städte.

Diese lassen sich nicht lange bitten und gestalten das Programm mit. "Ich hatte das Gefühl, das hätte ich euch alleine singen lassen können", sagt er nach dem Stück "Paar Daach".

"Oh, wie ist das schön", klingt es denn auch aus 4300 Kehlen gegen Ende des regulären Konzertprogramms. Nicht vergebens: Gleich sieben Lieder ringen sie Bap als Zugabe ab, bis endlich "Et letzte Leed" ertönt. Doch wirkt das Konzert auch nach dem Ende noch nach. Oder um es mit Niedeckens Worten zu sagen: "Alles geht vorbei, nur eines nicht: Bap-Konzerte."

Bap geht mit dem Album "Lebenslänglich" auf Jubiläumstour und spielt die beliebtesten Lieder 1976 bis 2016 auch in der Region. Am Mittwoch, 23. November, spielt Bap im luxemburgischen Esch/Alzette in der Rockhal.
Karten dafür gibt es im TV-Service-Center Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets