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Ein Sinfoniekonzert mit Ecken

Ein Sinfoniekonzert mit Ecken

Außerhalb des Echternacher Festivals und der Reihe "Echter`Barock" mit dem Barockorchester der europäischen Union war Klassik bisher im Programm des Echternacher Trifolions nicht zu finden. Eigentlich unverständlich. Jetzt scheint es sich zu ändern. Mit einem Gastspiel des Orchestre Philharmonique du Luxembourg (OPL) und dem Pianisten Vesselin Stanev gab es einen Abend, bei dem die Freunde von Sinfoniekonzerten einmal auf ihre Kosten kamen.

Er wurde auch gerne von vielen deutschen Besuchern angenommen und das OPL konnte vor annähernd ausverkauftem Haus agieren. So ganz rund war der Abend jedoch leider nicht. Angefangen bei einem sehr mageren Programmheft, bei dem noch nicht einmal die einzelnen Sätze von Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 und den Ballettsuiten "Dornröschen" von Peter Tschaikowsky sowie "Aschenputtel" von Sergej Prokofjew aufgeführt waren, bis hin zu musikalischen Unzulänglichkeiten. Von der Beliebtheit her kann sich Rachmaninows Opus 30 nicht mit seinem zweiten Klavierkonzert messen. Stanev und das OPL unter Leitung von Benjamin Pope taten aber auch nichts, um dies zu ändern. Lange Zeit spielten Solist und Orchester aneinander vorbei, das Zuhören war anstrengend. Auch bei den Ballettsuiten mangelte es an Zusammenspiel im Orchester, hatte Pope die Sache teilweise nicht im Griff. Teilweise erschien die Interpretation schon fast lieblos. Für einen professionellen Klangkörper keine gelungene Vorstellung.gkl