Eine Amerikanerin in Nittel

Eine Amerikanerin in Nittel

Susan Cowsill aus New Orleans spielte im Rahmen des Singer-Songwriter-Festivals 2011 im Weingut Karl Sonntag in Nittel. Die Amerikanerin, zurzeit auf Deutschland-Tournee, gönnte sich erstmalig einen Abstecher an die Mosel. "Es ist wunderschön hier", zeigte sich die US-Südstaatlerin begeistert.

Nittel. Der Abend war empfindlich kühl, und wegen Lena und des Eurovision Song Contest drängte sich das Publikum auch nicht gerade rund um die kleine Bühne im Nitteler Weingut Karl Sonntag. Trotzdem war der Konzertabend mit der luxemburgischen Formation Dream Catcher und der amerikanischen Sängerin Susan Cowsill im Rahmen des Singer Songwriter Festivals (präsentiert vom Trierischen Volksfreund) kein Fehlschlag. Das lag neben der feinen Musik, die ganz reduziert auf einfache Klänge und angelehnt an Folk und Country sehr angenehm durch den hübschen Innenhof schallte, natürlich an der Bühnenpräsenz und der charmanten Art von Topact Susan Cowsill.
"Mir ist egal, wie viele Besucher da sind. Wenn nur ein paar Leute eine gute Zeit haben, bin ich zufrieden", sagt Cowsill. Sie kommt sehr gerne nach Deutschland und hatte extra für dieses Konzert einen Abstecher vom Rhein-Main-Gebiet nach Nittel gemacht. "Ich war noch nie an der Mosel und bin begeistert, wie schön es hier ist", schwärmte die Sängerin und Gitarristin. Statt wie ursprünglich geplant noch in der gleichen Nacht nach Frankfurt zurückzufahren, setzte sie sich nach dem Konzert lieber noch in den urigen Gewölbekeller und probierte den einen oder anderen Weiß- und Rotwein.
In ihren Liedern singt Cowsill viel von ihrer Heimatstadt New Orleans. "Ich habe durch den Hurrikan Katrina meinen Bruder verloren und bewältige das mit meiner Musik", erläuterte sie im Konzert. Klar, dass bei solchen Themen das Publikum eher konzentriert zuhörte, als sich durch Tanzeinlagen aufzuwärmen. Susan Cowsill brauchte keine zusätzliche Bewegung. Sie stand barfuß auf der Bühne und schien gar nicht zu bemerken, wie stark die Temperaturen zurückgegangen waren.
Die zuvor spielende luxemburgische Band Dream Catcher war da anders gestrickt. Sänger John Rech tanzte, zappelte und sprang auf der Bühne umher und klang dabei trotz nahezu identischer Instrumentierung (Gitarre, Geige, Keyboard) ganz anders als Cowsill. Deren Musiker setzten neben der omnipräsenten Geige auf eine perkussive Begleitung mit ganz ursprünglichen Instrumenten wie Waschbrett, Schellenring und "Rassel-Ei". Dem Publikum gefiel beides. jbo