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Eine Chance für schlummernde Talente

Eine Chance für schlummernde Talente

Als Singer und Songwriter kann man - siehe Bob Dylan - zu Nobelpreis-Ehren kommen. Doch aller Anfang ist schwer. Deshalb will die Dieter-Lintz-Stiftung Starthilfe geben. Sie veranstaltet den in der Region ersten Wettbewerb für Liedermacher.

Trier. Georg Kern (67) ist Inhaber des Trierer Musikhauses Reisser und ganz sicher: "Wäre Anne-Sophie Mutter in einem kleinen Dorf geboren worden und hätte jeden Morgen vor der Schule erst einmal im Stall arbeiten müssen, dann wäre sie - bei allem Talent - wohl nie Weltklasse-Geigerin geworden." Tatsächlich stammt die Starmusikerin aus betuchtem Hause, erhielt bereits als Fünfjährige auf eigenen Wunsch Geigenunterricht und wusste schon da: "Ich will Berufsmusikerin werden." Ein Segen für die Musikwelt, dass das Talent erkannt und gefördert wurde.
Doch viele, viele Talente schlummern ungeahnt, unerkannt und ungefördert. Das wusste auch Dieter Lintz (1959-2014). Er nutzte seine beruflichen Möglichkeiten als Journalist und zuletzt Leitender Redakteur des Trierischen Volksfreunds auch zur medialen Förderung von Kulturschaffenden. "Die Outsider und diejenigen, die ihrer Begabung nicht so recht trauen und sich deshalb nicht auf eine Bühne trauen, lagen ihm ganz besonders am Herzen", sagt seine Witwe Margret Lintz-Möllenkamp. Deshalb hat sie mit Freunden und Wegbegleitern die Dieter-Lintz-Stiftung ins Leben gerufen, die - ganz im Sinne des Namensgebers - das Ziel hat, Talenten eine Chance zu bieten.
Erstes eigenes Stiftungsprojekt ist der Wettbewerb Sing a Song für Singer/Songwriter, also singende Liedermacher. Als Projektpate und Organisator fungiert Rainer Faber, von Kindesbeinen an bester Freund von Dieter Lintz. Eine optimale Besetzung, denn der 55-Jährige gebürtige Konzer, den es beruflich bedingt nach Hessen verschlagen hat, ist selbst Musiker und Musikförderer. Er hat das Rhein-Main-Liedermacher-Festival ins Leben gerufen, das schon elf Mal über die Bühne gegangen ist, und ist Mitgründer des Binger Open Air. "An beiden Formaten hatte Dieter großes Interesse. Ich weiß, dass der Trierer Singer/Songwriter-Wettbewerb ganz in seinem Interesse wäre."
Man kann nur gewinnen


Und die Zielgruppe wohl auch. Sven Braun (22) aus Ayl (Kreis Trier-Saarburg) hat mit seiner Band 5er WG am Newcomer-Contest Rockbuster, dem Nachwuchs-Wettbewerb des Landes -Rheinland-Pfalz teilgenommen und es ins Finale geschafft. "Solch ein Podium zu bekommen, ist eine super Sache. Das Ganze hat uns immens viel Auftrieb gegeben und eine Menge Auftritte verschafft. Ich kann also aus tiefster Überzeugung und guter Erfahrung empfehlen, an Sing a Song teilzunehmen. Man hat nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Ich drücke jedenfalls kräftig die Daumen."
Und wie stellt sich Projektchef Rainer Faber den Singer-Songwriter-Nachwuchs vor? "Klar, das können auch die klassischen Ein Mann/eine Gitarre-Typen sein wie Bob Dylan oder Hannes Wader, muss aber nicht. Es geht darum, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre authentische eigene Musik machen. Ob auf Saiten, Tasten oder mit Blas- oder Schlaginstrument - wie die Begleitung zum Gesang daherkommt, ist egal."
Zum Klampfen in den Keller gehen, nur damit's keiner hört - das muss nicht mehr sein. Aber auch bühnenerfahrene "alte Hasen" dürfen mitmachen. Interessenten können sich bis zum 28. Februar bewerben und unter drei Terminen auswählen, wann und wo sie auf die Bühne wollen (siehe Infobox).
Der Singer-Songwriter-Wettbewerb soll keine Eintagsfliege werden. "Wir wollen dauerhaft die Folkmusik in der Region fördern und einem breiteren Publikum zuführen." Das ist auch im Sinne von Georg Kern, der den Wettbewerb als Sponsor unterstützt. Er ist selbst aktiver Talentförderer und überzeugt: "Dieter Lintz hätte viel Freude am Sing a Song-Wettbewerb."Extra

Beim Wettbewerb Sing a Song 2017 der Dieter-Lintz-Stiftung teilnehmen können Liedermacher und Singer/Songwriter als Einzelinterpret oder Duo ab 16 Jahren ohne Einschränkung ihrer Stilrichtung oder der Sprache ihrer Liedtexte und unabhängig von ihrer Ansässigkeit im Raum Trier - ob Neuling oder Profi, spielt keine Rolle. Anmeldeformular und detaillierte Teinahmebedingungen gibt es unter <%LINK auto="true" href="http://www.dieter-lintz-stiftung.de" text="www.dieter-lintz-stiftung.de" class="more"%>Live-Vorentscheide: Samstag, 8. April, 20 Uhr, in der Synagoge Wawern. Moderator: Manfred Pohlmann. Samstag, 22. April, 20 Uhr, in der Synagoge Schweich. Moderator: Andreas Sittmann. Samstag, 29. April, 19 Uhr im Club Toni (Trier). Moderator: Alexander Sandy Wolfrum (Bayreuth). Die jeweils beiden Erstplatzierten qualifizieren sich für das Finale am Samstag, 13. Mai, in der Gaststätte Front of House in der Arena Trier. Erster Preis ist die Produktion eines Video-Clips in einem professionellen Studio. Den Zweit- bis Sechstplatzierten winken Gutscheine des Musikhauses Reisser. Zusätzlich erhält der Publikumssieger des Finales einen attraktiven Preis. rm.