Eine Einladung für (virtuelle) Freunde

Facebook im Griff: Die Einstellungen der beliebten Plattform Facebook verwirren den Nutzer mit etlichen Ebenen und Kontrollkästchen. Kaum jemand findet sich auf Anhieb dort zurecht. Eine Anleitung, um die eigene Privatsphäre zu schützen.

Freunde sammeln: Zu den wichtigsten Funktionen für die bewusste Nutzung von Facebook gehört die Einteilung der "Freunde". Denn hier ist der Begriff Freunde sehr weit gefasst. Die meisten Nutzer haben echte Freunde, flüchtige Bekannte und Arbeitskollegen unter ihren Kontakten. Diese Mischung sollte man sinnvoll einteilen, um eine gewisse Trennung zwischen Privat- und Berufsleben zu erhalten. Dies ist mit den Listen problemlos möglich. Und so geht es: Gehen Sie dazu auf "Konto -> Freunde bearbeiten".
Hier können Sie mit dem Knopf "Liste erstellen" eine neue Freundesliste anlegen, deren Namen Sie selbst wählen können. Im folgenden Auswahlmenü wählt man die passenden Kontakte für diese Gruppe aus. Kontakte können auch in mehreren Listen gleichzeitig geführt werden, zum Beispiel in "Bekannte" und "Frühere Kommilitonen."
Man kann Inhalte auf eine bestimmte Zielgruppe beschränken. Diese Freundeslisten kann man wie normale Kontakte verwalten. So ist es möglich, die Gruppe "Kollegen" davon auszuschließen, bestimmte Profilinformationen zu sehen. Außerdem kann man bei jedem neuen Statuseintrag festlegen, ob alle oder nur manche Kontakte dies sehen dürfen. Dazu klickt man auf das Vorhängeschloss und wählt "Bestimmte Personen", tippt die Anfangsbuchstaben der Liste ein und bestätigt die Auswahl.
Kontakte, die nicht zu der freigegebenen Gruppe gehören, erhalten diesen Status weder in ihrer Meldungsübersicht, noch können sie ihn sehen, wenn sie auf Ihre Pinnwand schauen. Eine solche Auswahl kann man auch als Standardeinstellung für neue Einträge sichern. Auch hochgeladene Fotos und Videos kann man derartig reglementieren.

Werbung, nein danke: Facebook lebt von Werbung und bietet seinen Kunden viele Möglichkeiten, die Nutzer direkt gezielt anzusprechen und sogar deren Daten zu lesen. Einige Einstellungen reduzieren dies auf ein Minimum.
In den Kontoeinstellungen findet man die Option "Facebook-Werbeanzeigen". Dort kann man abwählen, dass Facebook-Werbung anderen Nutzern zeigt, dass einem dieses oder jenes Produkt gefällt. Unter "Privatsphäre -> Anwendungen und Webseiten" finden Sie die Optionen für Facebook-Anwendungen. Dort gibt es eine Übersicht über die aktiven Anwendungen, die Zugriff auf Ihr Konto haben. Nicht mehr gewünschte Anwendungen entfernt man über den Knopf "Einstellungen bearbeiten" und Klick auf das "X" neben dem Namen. Besonders wichtig ist auch der Punkt "Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind". Hier legt man fest, ob Anwendungen, die von Kontakten genutzt werden, auf meine Daten zugreifen dürfen. Hier sollten alle Felder abgewählt sein.
Ebenfalls ein Ärgernis sind auch Mitteilungen über Spielerfolge. Mit "Aktivitäten in Spielen und Anwendungen" schaltet man die automatischen Statusmeldungen ab, dass man zum Beispiel gerade einen Erfolg bei Farmville und Co. freigeschaltet hat. Ihre Freunde werden es Ihnen danken. Die "Öffentliche Suche" können Privatnutzer auch deaktivieren. Hier legt man fest, ob Suchmaschinen wie Google das Profil finden und anzeigen dürfen.

Privatsphäre schützen: Die wichtigsten Optionen finden Sie im Bereich "Konto - >Privatsphäre-Einstellungen". Dort legen Sie fest, wer was von Ihnen sehen darf. Die einfache Facebook-Einteilung wie "Alle" oder "Freunde" sollte man ignorieren, denn diese Freigaben sind viel zu grob gefasst. Nutzen Sie stattdessen die Option "Benutzerdefiniert".
Hier können Sie genau festlegen, wer was von Ihnen sehen darf. Klicken Sie dazu auf "Benutzerdefiniert" und anschließend auf den Link "Benutzerdefinierte Einstellungen". Hier gibt es drei Bereiche: "Dinge, die ich teile", "Dinge, die andere Personen teilen" und "Kontaktinformationen".
Der erste Bereich bezieht sich auf Statusnachrichten oder Fotos, die man mit anderen Facebook-Nutzern teilen möchte.. Hier sollten Sie alles auf "Nur Freunde" einstellen, damit Fremde nicht Ihre Einträge lesen können.
Sie können dies auch auf "Benutzerdefiniert" ändern und nur bestimmten Personen Leserechte einräumen und andere Personen oder Gruppen davon ausschließen. So können Sie beispielsweise verhindern, dass Arbeitskollegen Ihren Beziehungsstatus kennen.
"Dinge, die andere Personen teilen" ist besonders heikel, denn darauf haben Sie keinen direkten Einfluss. Lädt ein Bekannter ein unvorteilhaftes Foto von Ihnen hoch und Sie werden darauf markiert, erhalten alle Freunde den Status "X wurde auf einem Foto markiert" und sehen das peinliche Bild, bis Sie die Markierung entfernen. Doch auch das können Sie verhindern. Dazu wählen Sie "Fotos und Videos in denen ich markiert bin" und dann "Benutzerdefiniert", wo sie bestimmten Personen und Gruppen einen Blick auf diese Bilder erlauben können oder nicht.
Wollen Sie generell nicht, dass andere erfahren, wenn Sie auf einem Foto markiert wurden, wählen Sie "Nur ich". Sie können auch verhindern, dass andere Sie per Ortungsfunktion an einem Ort markieren. Dies geschieht unter "Freunde können angeben, dass ich mich an einem bestimmten Ort befinde". redDieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung des Magazins mymac 03/2011, IDG, nachgedruckt.

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