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Weltkulturerbe
Eine Feier für Triers römische Schätze

FOTO: (g_kultur
Trier. Ab Montag feiert Trier eine Woche lang, dass in der ältesten Stadt Deutschlands einzigartige Bauwerke aus der Römerzeit erhalten blieben. Die meisten Angebote sind kostenlos. Für Einheimische eine gute Gelegenheit, mal wieder auf die Porta zu steigen. Katharina de Mos und Mechthild Schneiders

Trier. Viele Trierer waren zuletzt als Kind auf der Porta Nigra. Sie fahren täglich am Amphitheater vorbei, ohne zu bedenken, welch blutige Kämpfe bis zu 20 000 jubelnde Zuschauer dort einst verfolgten. Und sie haben noch nie eine römische Fußbodenheizung gesehen. Die kommende Woche bietet Anreiz, all dies zu ändern. Denn vom 28. November bis 3. Dezember feiert die älteste Stadt Deutschlands ihr Unesco-Weltkulturerbe. Nirgendwo in Mitteleuropa sind so viele Römerbauten erhalten wie in Trier, das nicht nur spätantike Kaiserresidenz war, sondern auch eine der größten Metropolen des Römischen Reiches.
Und am 30. November braucht man nicht zu bezahlen, um diese Bauten zu besichtigen: Für Porta Nigra, Kaiserthermen, Thermen am Viehmarkt und Amphitheater ist der Eintritt frei. Für Barbarathermen, Dom, Liebfrauenkirche, Basilika, Römerbrücke oder Igeler Säule sowieso.
Wer glaubt, vor lauter Baustellengerüsten von den Kaiserthermen nichts sehen zu können, irrt. Es gibt pünktlich zur Festwoche sogar viel mehr zu entdecken. Denn die Verantwortlichen haben aus der Not der Erhaltungsarbeiten eine Tugend gemacht. Nun tragen die Gerüste Informationsbanner, ergänzt von Schautafeln. Sie erzählen nicht nur von der gerade laufenden Sanierung, sie wagen auch den Vergleich der Bauarbeiten vor 1700 Jahren und heute. So erfährt der Besucher etwa, wie die Römer ihre Fensterbögen konstruiert haben, dass die heute sichtbaren Mauern lediglich Rohbaucharakter haben und wie effektiv die Römer ihre Wände isolierten.
Wer aufmerksam hinschaut, wird entdecken, dass sich bezüglich der verwendeten Materialien, Hilfsmittel und Handwerkszeuge seit der Antike wenig Grundlegendes geändert hat. Die Festwoche beginnt am Montag, 28. November, mit einem Festakt in den Thermen am Viehmarkt. Das weitere Programm: Am selben Abend gibt es Wandelkonzerte: Man wandelt von einem Konzert zum nächsten. Los geht es um 20 Uhr im Dom (sakrale Orgelmusik, Organist: Ulrich Krupp), es folgt um 20.30 Uhr adventliche Chormusik des Trierer Kammerchors Cantores Trevirenses in der Liebfrauenkirche und ab 21 Uhr ein Orgelkonzert mit Kantor Martin Bambauer in der Konstantinbasilika. Der Eintritt ist frei.
Zudem werden Trierer und Gäste zu überwiegend kostenlosen Kulturpausen eingeladen. Das sind Führungen in der Mittagspause: Liebfrauen (30. November, 12.30 Uhr), Porta (30. November, 13.15 Uhr), Dom (1. Dezember 12.30 Uhr), Kaiserthermen (1. Dezember, 13.15 Uhr, Eintritt: 3,50 Euro), Basilika (2. Dezember, 12.30 Uhr), Schatzkammer der Stadtbibliothek (2. Dezember, 13.15 Uhr). Die mehrstündigen Sonderführungen sind bereits ausgebucht.
Die Generaldirektion Kulturelles Erbe widmet dem Weltkulturerbe am Dienstag zudem eine Tagung, bei der Wissenschaftler über Vergangenheit und Zukunft von Porta & Co. sprechen. Die Feierlichkeiten enden am Samstag um 17 Uhr mit Musik und Wort im Dom.
Organisiert wird die Woche vom Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Trier, der Dominformation, der Pfarrgemeinde Liebfrauen und der Evangelischen Kirchengemeinde Trier. Weitere Informationen auf www.trier-info.de
30 Jahre Weltkulturerbe: Der TV stellt die Weltkulturerbestätten in einer Serie vor. Im Internet finden Sie neben den bisher erschienenen Teilen auch weitere Infos und Videos: volksfreund.de/weltkulturerbe

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Neun Weltkulturerbestätten feiert Trier. Die bekannteste ist die Porta Nigra. Aber auch der Dom und die Liebfrauenkirche zählen dazu. In den Kaiserthermen gibt es neue Info-Wände (links) und Erlebnisführungen mit Baumeister Nubius (Tim Olrik Stöneberg, rechts). Fotos: Rainer Neubert, Georg Breitner, Sabrina Otten, Rita Heyen, Roland Morgen
Neun Weltkulturerbestätten feiert Trier. Die bekannteste ist die Porta Nigra. Aber auch der Dom und die Liebfrauenkirche zählen dazu. In den Kaiserthermen gibt es neue Info-Wände (links) und Erlebnisführungen mit Baumeister Nubius (Tim Olrik Stöneberg, rechts). Fotos: Rainer Neubert, Georg Breitner, Sabrina Otten, Rita Heyen, Roland Morgen FOTO: (g_kultur
FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"