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Musik
Ehrliche Hymne an die Eifel

Sylvia Nells und Achim Weinzen bei den Studioaufnahmen zu ihrem neuen Song „Eifel“.
Sylvia Nells und Achim Weinzen bei den Studioaufnahmen zu ihrem neuen Song „Eifel“. FOTO: Horst Hültenschmitt / Horst Hültenschmitt/GAM Music Media
Trier/Bitburg/Köln. Achim Weinzen und Sylvia Nels singen über die Eigenheiten der Region und der Menschen, die hier leben. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Wenn Eifeler überwiegend unter sich sind, wird es für Menschen, die nicht die verbale Klaviatur des Dialekts dieses hügeligen Landstrichs beherrschen, in der Regel schwierig. Denn dann wechseln die meisten Menschen mit Wurzeln im Land der Maare, Felsen und Buchenhecken unweigerlich ins Platt. „Sching dat dou doh bass!“, so heißt zum Beispiel die Liedermacherin und musikalische Mundartikone Sylvia Nels ihre Gäste willkommen, auch auf ihrer Homepage.

Muss eine Hymne auf die Eifel also im Dialekt gesungen werden? Die Antwort darauf gibt die neue Folk-Rock-Hymne, die der gebürtige Bitburger Achim Weinzen gemeinsam im Duett mit Sylivia Nells bei GAM Music Media eingesungen hat. „Für mich ist der Song ein Stück Eifel ungeschminkt“, sagt Weinzen, der bereits mit einem Loblied auf Trier regionale Berühmtheit erlangt hat. Weinzen spielte vor Jahren mit der Bitburger Formation Merlix im Vorprogramm von BAP und Peter Maffay. Sein vor drei Jahren veröffentlichtes Soloalbum „Touché“ glänzt mit einigen Partyhymnen, mit Ironie und vor allem mit Balladen und Texten, die nachdenklich machen. „Ich bin ein Ur-Eifeler“, sagt der Wahltrier nun zu der von ihm komponierten und getexteten neuen Hymne. Die sei kompakt und biete doch viele Facetten, von liebenswert bis kritisch. „Das ist die Eifel, so wie sie ist.“

Dieter Nusbaum hat das Cover zur neuen Eifelhymne gestaltet.
Dieter Nusbaum hat das Cover zur neuen Eifelhymne gestaltet. FOTO: Dieter Nusbaum / Dieter Nusbaum/GEMA Media

Barbara und Horst Hültenschmitt sind die Macher des Kölner GAM-Labels und Gründer des Kultursamplers „Eifelgefühl“, in dessen Folge das neue Stück erschienen ist. Ihnen gefällt besonders, dass sich die Eifel-Hymne – das soll sie zumindest werden – nicht nur durch Harmonie auszeichnet. „Achim Weinzen hat sich mit der Eifel kritisch auseinander gesetzt und beschreibt sie in klaren, nicht immer schmeichelnden Worten, aber dennoch liebevoll“, sagt Horst Hültenschmitt. Konzeptionell sind er und seine Frau dem Grundsatz von Eifelgefühl treu geblieben. Wie bei den beiden großen Mundart-Samplern, gehört auch bei „Eifel“ das Zusammenspiel von Musik und bildender Kunst zum Programm.

Dieter Nusbaum, natürlich ebenfalls aus der Eifel, hat das Cover gestaltet. „Ich bin sehr heimatverbunden und liebe die Eifel und die Menschen, die hier leben“, sagt der Künstler über sich selbst. Er erklärt seine überwiegend abstrahierende Bildsprache in eifeltypischen Grüntönen: „Der kernige, rockige Sound und der mitunter kritische Text soll sich auch in der äußeren Gestaltung spiegeln.“

Aber wie ist das nun mit der Ode auf grüne Wiesen, weite Flächen, dichte Wälder, auf herzliche, aber auch eigensinnige Menschen? Funktioniert die nur in Platt? Die Meinungen darüber dürfte besonders unter den Eingeborenen der Eifel durchaus lebendig diskutiert werden. Damit aber auch alle anderen mitreden können, werden sie keine Probleme haben, den Text zu den eingängigen Gitarrenriffs zu verstehen. Für Sylvia Nels, die musikalische Mundart-Ikone und Kulturbotschafterin aus dem Bitburger Land, ist die Wahl für das Hochdeutsche kein Problem: „Das ist Musik aus der Eifel“, sagt sie. „Für die Eifel und für alle, die die Eifel lieben, so wie ich!“

Die CD ist erhältlich über www.eifelgefuehl.com zum Preis von 6 Euro inklusive Versand; kein Download im Internet.