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Eine junge Dame entzückt in Trier am Piano

Die Pianistin Zala Kravos entzückt das Publikum. TV-Foto: Dirk Tenbrock
Die Pianistin Zala Kravos entzückt das Publikum. TV-Foto: Dirk Tenbrock FOTO: Dirk Tenbrock (DT) ("TV-Upload Tenbrock"
Trier. Das Philharmonische Orchester der Stadt Trier hat bei seiner "Klassik um Elf"-Matinee mit der jungen slowenischen Pianistin Zala Kravos als Solistin am Piano wieder einmal ein herausragendes Talent präsentiert. Mozarts Klavierkonzert wurde von Werken des Londoner Bach umrahmt.

Trier. Sie werden immer jünger, die Damen an Wouter Padbergs Seite! Glänzte im Dezember noch die 17-jährige Cellistin Annabel Hauk mit den Trierer Philharmonikern, präsentiert der erste Kapellmeister am Sonntag nun die erst 14-jährige Pianistin Zala Kravos. Im Publikum strahlt dennoch Padbergs Ehefrau samt Kindern, denn die Beziehung ist natürlich rein musikalisch. In der Reihe "Klassik um Elf" des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, gerade junge Talente zu fördern. Diesmal sind Generalmusikdirektor Victor Puhl und Padberg in Luxemburg fündig geworden, dort lebt nämlich das slowenische Ausnahmetalent mittlerweile. Seit acht Jahren schon erhält Zala Klavierunterricht am dortigen Konservatorium, studierte zwischenzeitlich auch in Belgien, konzertierte und gewann renommierte Preise. Am Sonntagvormittag nun präsentiert sie sich mit Mozarts Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 238 in der prachtvollen Promotionsaula des Trierer Jesuitenkollegs. Das dreisätzige Werk des damals 20-jährigen Komponisten kommt eher ruhig, gefühlvoll und ohne Bombast daher, gerade richtig für die Matinee in kammermusikalischer Besetzung. Zala Kravos findet sich im Zusammenspiel mit dem Orchester sofort zurecht, Dirigent Padberg sorgt dafür, dass die Übergänge zwischen Klaviersoli und den Einsätzen der Philharmoniker fließend sind. Erstaunlich, was die junge Pianistin (ohne Notenblatt) aus dem Flügel herausholt, glänzend ihre schon durchaus sehr differenzierte Anschlagskultur. Perlend die Läufe und fast schon virtuos die Kadenzen, von kleinen Unsicherheiten abgesehen ist das große Potenzial der jungen Slowenin zu erahnen. Das Orchester musiziert voller Spielfreude, an manchen Stellen etwas forciert, bindet jedoch das Soloinstrument bereitwillig ein. Großer und verdienter Applaus belohnt Zala Kravos, Padberg und seine Philharmoniker strahlen. Eingerahmt wird der 20-minütige Mozart von zwei kleinen Sinfonien des jüngsten Bach-Sohnes, Johann Christian (1735-1782), der wegen seines zehn-jährigen Aufenthaltes ebendort auch der Londoner Bach genannt wird. Seine Musik hatte wiederum wohl großen Einfluss auf den jungen Mozart, der Bach in London getroffen hatte. Diese charmanten Werke zeigen, warum Johann Christian zeitweise eine ungeheure Popularität genoss, so beschwingt kommen sie an diesem Sonntagvormittag daher. Obwohl Padberg angemessen zurückhaltend, fast sparsam dirigiert, spielt sein Orchester unter der Führung von Konzertmeister Petar Entchev an der ersten Geige furios auf. DT