Eine Messe für die Trierer

Eine Messe für die Trierer

Die eher unauffälligen Plakate verkünden es schon: Am kommenden Samstag, 6. Juni, 18 Uhr, erklingt in der Vorabendmesse in St. Gangolf die "Trierisch St. Piddersmess" von Klaus Fischbach - in Trierischer Mundart.

Trier. Klaus Fischbach hat eine Messe geschrieben und eine Psalm-Motette dazu. Der emeritierte Domkapellmeister hat dabei die reiche Tradition der Moselstadt aufgegriffen. "Mess fier Trier on sein Leit" nennt er seine Messkomposition und "Dä goden Hört" seine Motette aus Psalm 23. Beide stehen sie in Trierischer Mundart. Addi Merten hat den Text der Motette geschrieben, die Trierer Fassung der Messe stammt von Walter Schrage. An beiden Kompositionen ist die ganz persönliche Tonsprache des ehemaligen Domkapellmeisters abzulesen.
Messe wie Motette sind keine "laute" Musik - ihre Besetzung mit Chor a cappella (Motette) und Chor, Gemeindegesang und Orgel ist bescheiden, Fischbachs Stil nach wie vor unspektakulär. Wie häufig in seinen Kompositionen liegen die Qualitäten im Detail - der feinsinnigen Harmonik, dem subtilen Textbezug, der vorsichtigen Orientierung an den alten Kirchentonarten. Und im Cluster (der "Tontraube"), zu dem sich die Orgel-Einleitung aufbaut, zitiert der Komponist den gesamten Tonumfang des zehnstimmigen Trierer Domgeläuts. In der Messe bezieht Fischbach auch die Gemeinde ein. "Här, stieh ons beij" intoniert der Chor. "Här, stieh ons beij" fallen die Gläubigen ein. Die Komposition integriert sie und überfordert sie dabei nicht.
Die "Trierisch St. Piddersmess" und die Psalmmotette erklingen in der Vorabendmesse, Samstag, 6. Juni, 18 Uhr, in St. Gangolf mit Pastor Hermann Josef Reckenthäler. Musikalische Gestaltung: Kantor Stefan Kölsch, Domorganist Josef Still, Klaus Fischbach mit seinem Madrigalchor und - nicht zuletzt - die anwesende Gemeinde. mö