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Eine neue Dimension im Hiphop-Krieg

Eine neue Dimension im Hiphop-Krieg

Rund 600 Menschen wurden am Freitagabend Zeuge einer unglaublichen Aktion: Beim Mahatma Hitler-Bühnencomeback stürmten Vermummte mit Schlagstöcken und Pistolen die Bühne und sorgten so für ein abpruptes Ende des Auftritts. Drahtzieher des Überfalls war nach TV-Informationen der Tätowierer Oliver Lonien.

Fast zwei Jahren mussten sich die Fans der Trierer Hiphop-Kombo Mahatma Hitler gedulden, am Freitagabend war es dann soweit. Die Band gab während der Disco Destruction-Party im Exhaus ein vielumjubeltes Comeback – das jedoch nach 40 Minuten jäh unterbrochen wurde.

Mehrere vermummte und bewaffnete Männer stürmten durch einen Hintereingang die Bühne, prügelten auf die Mahatma Hitler-Crew ein und bedrohten diese mit Waffen – eine neue Dimension im Trierer Hiphop-Krieg. Denn unter den Vermummten war nach TV-Informationen auch der Tätowierer Oliver Lonien, in der Szene auch unter Low-nien bekannt.
Glücklicherweise erkannten alle Besucher, dass es sich bei dem Überfall um eine perfekt inszenierte Show handelte. Denn bis zuletzt war befürchtet worden, dass die Situation eskaliert. Fans von Mahatma Hitler und Low-nien hatten sich in den vergangenen Wochen über verschiedene Internet-Plattformen Wortgefechte geliefert - auch deswegen hatte das Exhaus für zusätzliches Sicherheitspersonal gesorgt.

Hintergrund: Mahatma Hitler hatte auf Low-niens Lied „Bombenhagel“ ( www.youtube.com/watch?v=VPmY3ps7dTo&feature=PlayList&p=E7F8C08F3150A7BB&playnext=1&playnext_from=PL&index=8) mit einem in der Hiphop-Szene als „Diss“ bezeichneten Song, „Muhahamed Olli“ ( www.youtube.com/watch?v=9v6FYHADgAw) , reagiert. Low-nien wiederum antwortete mit „Kindergartenfreunde“ ( www.youtube.com/watch?v=SHVty0UB5gc). „Das ist ein persönliches Ding“, sagt Low-nien, worüber Mahatma Hitler lachen – wie auch über alles andere. „Ist doch lustig“, sagten die Vier nach dem schweißtreibenden Konzert. Ganz so dramatisch dürfte der "Überfall" also nicht gewesen sein.

Musikalisch offenbarte Mahatma Hitler Altbekanntes, eine neue CD suchen die Fans vergeblich. "Jeder Star haut ne Platte raus und geht dann auf Tour. Wie langweilig. Wir machen das anders." Und so gab es ordentlichen, aussagekräftigen deutschen Sprechgesang auf die Ohren der rund 600 Besucher, die zusätzlich noch feinstes Hiphop-Theater erlebten.