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"Einfach sehr schöne Musik!"

"Einfach sehr schöne Musik!"

LUXEMBURG. Sie sind jung, sie sind engagiert, und es gibt in der Großregion wahrscheinlich kein zweites Ensemble, das neue Musik in dieser Qualität aufführt. Die "United Instruments of Lucilin" lieferten in der Philharmonie ein eindringliches Porträt des zeitgenössischen Komponisten Magnus Lindberg.

"Echt: sehr schöne Musik!" Die Begeisterung von Guy Frisch klingt nach dem Konzert der "United Instruments of Lucilin" weiter. Magnus Lindberg, geboren 1958 in Helsinki, gehört tatsächlich zu den bemerkenswerten Erscheinungen in der zeitgenössischen Neue-Musik-Szene. Nicht durch spektakuläre, populistische Neuerungen ist Lindberg berühmt geworden, sondern durch seine gleichermaßen einfallsreiche und strenge Formulierungskraft. Die Kompositionen, die das Luxemburger Ensemble in der Philharmonie zu einem Komponistenporträt verband, atmen eine Strenge und Freiheit, eine Kompromisslosigkeit und Zugänglichkeit zugleich, wie es in zeitgenössischer Musik nur ganz selten gelingt. Und die glänzende Interpretation tat ihren Teil dazu bei, dass "Action-Situation-Signification" von 1982, das Klarinettenquintett von 1992 und der "Related Rocks" von 1997 noch lange klingend im Gedächtnis bleiben.Ganz offen für neue Konzepte

Die "United Instruments of Lucilin" formierten sich im Jahr 2000 aus jungen Musikern, die gerade ihr Studium abgeschlossen hatten. "Wir wollten in Luxemburg bleiben und waren offen für Neues", sagt Ensemble-Gründer Guy Frisch. Die Aufführung neuer Musik erwies sich als offenes Feld. "Wir hatten eine Interpreten-Vision", sagt Frisch und grenzt sich damit zugleich von der Arbeit der Luxemburger Komponisten ab. Die aktive Komponistenszene im Großherzogtum wird seither ergänzt durch ein qualifiziertes, in der Besetzung variables und damit flexibles Ensemble - die "United Instruments", wobei das erlesen-fremdartige Wort "Lucilin" historische Bezeichnung ist für Luxemburg.Einzigartig in der Großregion

Dieses Ensemble ist in seiner Qualität und im Engagement der Interpreten wohl einzigartig in der Großregion. Magnus Lindberg gehört, ähnlich Bartók, zu den Komponisten, die präziseste Ausführungen des Notentextes verlangen. Und die Klarheit, der leuchtende Klangglanz und die Individualität, die die Ausführenden den Werken mitgaben, belegen: Die "United Instruments" musizieren auf jeder Position und im Ensemble-Zusammenhalt perfekt. In "Action-Situation-Signification" greifen die Klang- und Geräuschebenen, die instrumentalen Einsprengsel und die Tonband-Zuspielungen so bruchlos ineinander, dass ein ungemein farbiges, geschlossenes Ganzes entsteht. Marcel Lallemangs hochvirtuose Klarinette führt im Quintett eine Gruppe an, die Motiv-Verzahnungen und Klangflächen griffig zu unklischierter Fülle verbindet. Und in den "Related Rocks" entwickelt ein Quartett aus zwei Klavieren und Percussion eine enorme Ausdrucksbreite zwischen introvertiertem Religioso und beschwingter Groteske. Lindbergs Musik berührt immer wieder Extreme in Klang und Ausdruck und wahrt doch Transparenz und Disziplin. United Instruments of Lucilin: Tomoko Kiba, André Pons-Valdès, Violine, Danielle Hennicot, Viola, Christophe Beau, Cello, Marcel Lallemang, Klarinette, Pascal Meyer, Xenia Pestova, Klavier, Elisabeth Flunger, Guy Frisch, Serge Kettenmeyer, Percussion, Benoit Burger, Klangregie.