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Ensemble FisFüz lässt die Farben des Orients leuchten

Ensemble FisFüz lässt die Farben des Orients leuchten

Das mit dem SWR-Weltmusikpreis ausgezeichnete deutsch-türkische Ensemble FisFüz aus Klarinettistin Annette Maye, Gitarrist Gürkan Balkan und Perkussionist Murat Cokun hat etwa 80 Zuhörer in der Tufa Trier auf eine musikalische Reise in den Orient entführt. Das Konzert war Teil der Weltmusik-Reihe "World Club".

Trier. Sein Konzertprogramm hat das Ensemble FisFüz "Aure" genannt. Das Wort bezeichnet eine Süßspeise, die anlässlich eines religiösen Festes der Aleviten (einer um das 13. Jahrhundert in Anatolien aus dem schiitischen Islam entstandenen Religionsgemeinschaft) zubereitet wird. Sie enthält jede Menge Zutaten und wird unter vielen Menschen geteilt.
Genau diese Eigenschaften charakterisieren die Musik des Abends. "Zubereitet" wird sie auf teils exotischen und vielfarbigen Instrumenten. Der gebürtige Istanbuler Gürkan Balkan, Produzent, Studiomusiker, auch studierter Pianist und Komponist, setzt neben der klassischen Akustikgitarre die "Oud", eine Vorgängerin der europäischen Laute in ihrer türkischen, hoch gestimmten Bauart ein. Der Perkussionist im Freiburger Barockorchester und Giora Feidmans Klezmer-Ensemble Murat Cokun nutzt unter anderem Darabuka und Rahmentrommel mit unterschiedlicher Bespannung.
Annette Maye, Musikwissenschaftlerin und Mitglied in mehreren Weltmusikformationen, spielt Klarinette und Bassklarinette. Darauf zaubert sie, mit Sensibilität und explosiver Kraft, lyrische bis tänzerische Melodien. Ihnen ist gemeinsam, dass sie nach Orient klingen, stets aber auch Fragmente von Klezmer, Alter-, slawischer oder Musik europäischer Mittelmeerländer erkennen lassen. Oft ist damit kunstvolle Improvisation verbunden.
Lautmalerische Bilder



Das Trio spielt Eigenkompositionen, die aus eigenen kulturellen Wurzeln und der professionellen Beschäftigung mit orientalischen und okzidentalen Musiktraditionen schöpfen. Sie sind inspiriert von Alltagsbeobachtungen oder Reisen, beispielsweise nach Kairo und Istanbul.
Wunderbar differenziert sind die mitreißenden Perkussions-Rhythmen mit ihren schnarrenden, trillernden Klarinetten- und den sanft gezupften oder schwingenden Tönen der Saiteninstrumente. So werden Titel wie "Der kleine Stier", "Odyssee in die Träume" oder "Tanz der Fische" zu lautmalerischen Bildern. Am Ende kam sogar Klezmer-Klarinettist Giora Feidman nach seinem Konzert in St. Maximin auf die Bühne und spielte bei einer Zugabe mit (siehe Kultur Seite 22). ae