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Erfolgreich mit frustrierten Frauen

Erfolgreich mit frustrierten Frauen

Man nehme eine frustrierte Frau, gebe ihr eine verrückte Mission und lasse sie durch amüsante Turbulenzen auf ein Happy-End zusteuern. Dass David Safiers Rezept aufgeht, hat sich auch in Bitburg gezeigt, wo er am Freitagabend 350 Zuhörern aus seinem neuesten Buch "Plötzlich Shakespeare" vorgelesen hat.

Bitburg. "Rosa, das ist eine Frau wie du und ich", erklärt David Safier und sagt dann erst mal nichts mehr. Denn er weiß, was passieren wird: Seine rund 350 Zuhörer lachen.

Wie noch oft am Freitagabend im Bitburger Haus Beda, wohin der 1966 geborene Schriftsteller und Drehbuchautor (unter anderem "Berlin, Berlin") gekommen ist, um im Rahmen des Eifel-Literaturfestivals aus seinem neuen Buch "Plötzlich Shakespeare" zu lesen.

Es erzählt wie die beiden erfolgreichen Vorgängerwerke "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" eine völlig verrückte, turbulent-amüsante Geschichte, in deren Mittelpunkt eine frustrierte Frau steht, die sich nach Liebe sehnt. Und zwar nach jener ihres Exfreundes Jan, der sie verlassen hat, nachdem er Rosa beim Fremdknutschen erwischt hatte.

Turbulent wird es, nachdem Rosa bei einem Zirkusbesuch einen Hypnotiseur kennen gelernt hat, der ihr erklärt, dass die Lösung ihrer Probleme in der Vergangenheit liegt. Und genau dorthin befördert er sie: in das Jahr 1594. Und in den Körper William Shakespeares, der sich ungünstigerweise gerade mit Sir Francis Drake duelliert. Als wäre es nicht schon kompliziert genug, plötzlich ein Mann zu sein, der ständig in Lebensgefahr gerät, hat Rosa auch noch eine Mission: Sie soll herausfinden, was die wahre Liebe ist. Kein einfaches Unterfangen, wenn man sich mit Shakespeare, der Rosa permanent zuquasselt, einen Körper teilen muss ...

Ein Buch voller Witz. Mag er auch manchmal flach sein und regelmäßig unter die Gürtellinie gehen (ein Junge mit Konsonantenschwäche sagt Dinge wie Muttermicker oder Schwanzkutscher, und das erste Pinkeln als Mann bereitet Rosa Riesenprobleme).

Egal. Die 350 Leute amüsieren sich. Über das, was Safier liest. Und über die Anekdoten, die er aus seinem Familienleben erzählt: Da gibt es den Hund, einen "Labradudel" namens Max, seine Frau, die in Buchläden gerne nachhört, ob sie auch was von Safier haben, und bei der ersten Lektüre seines Buches ausrief :"Ach du Scheiße, das bist ja du als Frau" - und seine Söhne, die wünschten, er könnte besser Fußball spielen.

Die Zuhörer danken Safier für die gute Unterhaltung mit einem langen Applaus und einer noch viel längeren Schlange vor dem Signiertisch. Denn: Was nun die wahre Liebe ist, hat der Autor ihnen natürlich nicht verraten. Obwohl Rosa sie findet, und die Weisheit, die in ihrer Erkenntnis liegt, deutlich größer ist, als nach all dem turbulenten Klamauk zu erwarten gewesen wäre. Wer es jetzt auch wissen möchte: Safiers Frau hat herausgefunden, dass es die Bücher ihres Mannes inzwischen in so ziemlich jeder Buchhandlung gibt.