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Ermittlungen zwischen den Grenzen

Ermittlungen zwischen den Grenzen

Der kleine Grenzort Kehr in der Eifel ist wieder Ort des Verbrechens im neuen Eifel-Krimi von Martina Kempff. Dort wohnt die ehemalige Moderedakteurin Katja Klein, die gegen ihren Willen wieder mal in die Rolle der Ermittlerin schlüpft.

Hallschlag/Kehr. Das kleine Eifel örtchen Kehr wird erneut Schauplatz mörderischer Machenschaften im Eifel-Krimi von Martina Kempff. Die Autorin, die bis vor kurzem selbst dort lebte, lässt in ihrem Roman die ehemalige Journalistin Katja Klein wieder in die Rolle der heimlichen Ermittlerin schlüpfen. Katja Klein steht gerade kurz vor der Eröffnung ihres Gourmet-Restaurants, als ihr Freund, ein belgischer Polizeiinspektor, unpassenderweise beginnt, gegen sie wegen einer Mordsache zu ermitteln. Opfer ist ein männliches Kalender-Model aus Köln. Doch was hat sie damit zu tun? Katja Klein wird neugierig und beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren.
Turbulent und alles andere als langweilig ist auch der dritte Eifel-Krimi von Martina Kempff. Die ehemalige Moderedakteurin Katja Klein, die es irgendwann in die Eifel verschlagen hat, ist nur eine Parallele, die es zwischen der Protagonistin und der Autorin gibt. Immer wieder amüsiert sich die zugezogene Katja Klein über den Eifeler Dialekt und die Ureinwohner an sich. Kempff wirft auf liebevolle Weise einen Blick auf regionaltypische Eigenheiten, schildert mit leichtem Spott Absurditäten, die seit Jahrzehnten bestehen und wohl weiter Bestand haben werden. So zum Beispiel die Tatsache, dass die etwa dreißig Menschen, die auf der Kehr wohnen, tatsächlich durch drei Staats- und Landesgrenzen getrennt sind. "Man liest andere Zeitungen und hört ein anderes Radioprogramm. Wie das Wetter wird, erfahren die Belgier vom BRF, die Rheinland-Pfälzer vom SWR und die Nordrhein-Westfalen vom WDR." Die Kinder besuchen verschiedene Schulen, der Müll wird zu unterschiedlichen Zeiten vor die Tür gestellt und die Post von anderen Menschen zugestellt.
Kempff hat nicht nur eine hervorragende Beobachtungsgabe, sie versteht es auch geschickt, Heimatkunde mit Fiktion zu einer unterhaltsamen Geschichte zu verweben. Nicht nur die Kehr mit ihren Besonderheiten, auch die Heldin Katja Klein ist uns schon lange ans Herz gewachsen. Fortsetzung erwünscht! sn

Martina Kempff: Kehraus für eine Leiche, Piper Verlag, 288 Seiten, 8,99 Euro, ISBN 978-3-492-25834-0.