Erste Vandermeer-CD: Magische Stimme, fauchende Gitarren

Erste Vandermeer-CD: Magische Stimme, fauchende Gitarren

Die Trierer Band Vandermeer hat vor wenigen Wochen ihr erstes Album vorgelegt. Die Debüt-CD mit dem Titel "Polygraph" besticht durch musikalischen Ideenreichtum und eine Produktion auf bemerkenswert hohem Niveau.

Trier. Eine leichte Geburt war das nicht. Die Musiker um Sängerin Harmke van der Meer und Gitarrist Florian Stiefel mussten sich das Geld für die Produktion über eine Crowdfunding-Aktion erkämpfen, sprich: Via Internet genügend Menschen finden, die das Projekt entweder sponsern oder die CD quasi vorab kaufen. Wer immer sich daran beteiligt hat: Die Investition hat sich gelohnt.
Mancher wird schon nach dem ersten Titel überzeugt sein. "I Already Told You" ist ein erfreuliche sechseinhalb Minuten langer Song, den man in grauer musikalischer Vorzeit "pychedelisch" genannt hätte, eine üppig illus trierte Abrechnung mit einem Verflossenen, kraftvoll, geprägt von aggressiver Melancholie.
Das setzt gleich zu Beginn Maßstäbe, denen aber auch die elf weiteren Titel gewachsen sind. Rasch wird deutlich, was die Band ausmacht und die Namensgebung rechtfertigt: Da steht und fällt vieles mit der Sängerin Harmke van der Meer.
Eine Stimme von spröder Schönheit, nicht opulent, ohne Mätzchen, auf das Wesentliche reduziert. Aber ausgestattet mit einer eigenen Magie, vor allem da, wo die Instrumentierung sich zurückhält und Songwriter-Qualitäten aufscheinen. Wenn van der Meer "Untold Stories" erzählt oder bei "Win" Nabelschau hält, dann saugt einen ihr Gesang in die Lieder hinein. Je leiser, desto überzeugender.
Die stärksten Titel freilich konfrontieren diese Stimme mit satten, bisweilen grungig fauchenden Gitarrenklängen. "All Is Fair in Love and War" reißt den Zuhörer zwischen relaxter Atmosphäre und herben Einbrüchen hin und her. Und auch die weniger auffälligen Tracks bieten allemal klassischen Indie-Rock, souverän in Szene gesetzt von Gitarrist Florian Stiefel und den Herren im Hintergrund: Jörg Becker (Drums) und Tom Rüdell (Bass).Dieter Lintz
Infos und Bestell-Links: www.vandermeermusic. com. Live gibt es Vandermeer am Montag, 23. Dezember, im Trierer Exhaus (siehe auch "Vorgemerkt" auf dieser Seite)

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