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Familienkonzert mit musikalischer Zeitreise im Trierer Theater

Konzert : Familienkonzert im Theater: Herr Mozart höchstpersönlich

Für alle Generationen ein Riesenspaß: Kinderkonzert mit musikalischer Zeitreise im Trierer Theater.

War da die Luft elektrisch geladen? Jedenfalls verbreitete sich im voll besetzten Trierer Theater eine  fast atemlose Spannung. Er war ja auch zu geheimnisvoll, dieser große, dunkle Kasten mitten auf der Bühne, der sich gelegentlich heftig dampfend öffnete. Das also war die Zeitmaschine, mit der Professor Fortissimo (Dimetrio-Giovanni Rupp) auf Zeitreise ging.

Und der erwies sich nicht nur als genialer Erfinder, sondern auch als witziger Unterhalter. Egal, ob die Reise zurück zu planetarischen Urzeiten ging, im Mittelalter stoppte oder bei Mozart landete – immer wieder hatte der Professor die richtigen Worte dazu parat. Und das Trierer Philharmonische Orchester unter Wouter Padberg konterte mit einem durchdachten Musik-Mix und war überhaupt in Bestform. Da reichten sich Mozart, Beethoven, Barock-Komponist Jean-Féry Rebel, Carl Nielsen und Ottorino Respighi musikalisch die Hände, und am Ende gab man sogar Bill Haileys Dauerbrenner „Rock around the Clock“ zum Besten.

Am ergiebigsten war wohl die  Station „Mozart“. Der tauchte höchstpersönlich aus der dampfenden Zeitmaschine auf und präsentierte seine neuesten Klang-Kreationen. Als da waren: Stücke aus „Figaros Hochzeit“ und der „Zauberflöte“. Wobei der Maestro (gleichfalls Dimetrio-Giovanni Rupp) gleich noch seine Ehefrau Constanze (Réka Kristóf) mit einspannte. Ein Orchesterstück namens „Schicksals-Sinfonie“ führte bei den Mozarts zwar zu kurzzeitiger Verwirrung. Aber als der Name „Beethoven“ fiel, entspannte sich die Lage deutlich. Immerhin hatte Beethoven mit 16 Jahren Mozart vorgespielt, und der war damals ziemlich angetan.

Also: Keine Probleme im Haus der Wiener Klassiker! Überhaupt: Dieses Familienkonzert hatte es in sich. Wouter Padberg hatte aus seinem Konzept alles Fachchinesisch, alle akademischen Formulierungen und jedes langweilige Faktenwissen konsequent verbannt und stattdessen sehr viel Anschaulichkeit eingebracht. Und die ganz überwiegend jungen Zuhörer waren mit Begeisterung dabei, gaben lautstark kluge Ratschläge, fieberten mit, wenn die Zeitreise weiterging. Mag sein, dass im Programm etwas zu häufig Mozarts „Figaro“-Ouvertüre auftauchte. Aber gerade sie ist eine Musik, die man gar nicht oft genug hören kann.

Ein Kinderkonzert? Von wegen. Eher war es eine Mehr-Generationen-Veranstaltung. Nicht nur Eltern mit ihren Sprösslingen vom Kleinkind aufwärts waren dabei. Man konnte im Publikum auch vereinzelt Ehepaare im Rentenalter sichten. Und an der Kasse sollen mehrfach Tränen geflossen sein. Da hieß es nämlich: „Vorstellung ausverkauft“. Da bleibt nur ein Appell an die Theaterleitung: Bitte – veranstaltete noch mehr Familienkonzerte!