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Farbmacht und Liebe zum Menschen

Farbmacht und Liebe zum Menschen

Farbmächtige Bilder von der Sehnsucht nach einer besseren Welt sind die Gemälde von Adelio Sarro. Derzeit sind sie in Saarburg zu sehen.

Saarburg. "Ich legte meinen Traum auf ein Schiff", schrieb die brasilianische Dichterin Cecília Meireles. Auch Adelio Sarro träumt ganz offensichtlich. Allerdings sind die Träume, die er in seinen Gemälden darstellt, eher an Land verortet - bei den Bauern, den Musikern, den Liebespaaren, den Tieren. Sein ganz besonderes Interesse gilt den Kindern als Zukunft des Landes.
Derzeit ist der brasilianische Künstler mit einer Werkschau im Saarburger Amüseum und in der Stadthalle zu Gast. Der 1950 geborene Maler und Bildhauer, der aus der Region von São Paulo stammt, kam erst über einen Umweg zur Kunst. Bevor er sich künstlerisch weiterbildete, arbeitete er als Zimmermann und als Steinsäger in einem Marmorbruch. Neben seinen Gemälden schuf Sarro zahlreiche bildhauerische Arbeiten. Auch die in Saarburg ausgestellten Gemälde verweisen auf den Bildhauer und erfahrenen Zeichner. Sie schlagen die Brücke zu Künstlern der französischen Moderne wie Fernand Léger oder Picassos Kubismus. Deren Formensprache verbindet Sarro mit südamerikanischer Farbmacht und Sinnlichkeit. Bisweilen mutet seine Farbgebung geradezu surrealistisch an.
In Sarros malerischem Engagement drückt sich neben der Poesie allerdings auch jene Widersprüchlichkeit aus, die sein Land kennzeichnet. Ganz eindeutig sind die Figuren des Malers Menschen seines Landes, die der Künstler erzählfreudig und mit liebevollem Blick ins Bild setzt. Es sind, auch dort wo sie Kritik üben, Bilder der Zuneigung, der Sehnsucht nach Geborgenheit und nicht zuletzt der blauen Träume.
Sarros Gemälde muten an wie Andachtsbilder, die womöglich ihren Betrachtern das Ideal einer besseren Welt vor Augen führen wollen. Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis Montag, 14. November, geöffnet. er