1. Region
  2. Kultur

Festival-Baby unterm "Rock-Zipfel"

Festival-Baby unterm "Rock-Zipfel"

Als Ziehkind der Stadt Luxemburg soll "MeYouZik" im Vorschatten des großen "Rock um Knuedler" wachsen. Am Samstag, 5. Juli, hat es Tuareg-Blues, Zigeuner-Jazz und Flamenco-Funk nach Luxemburg gebracht.

Luxemburg-City. (rcl) Kosmopolitisch vielfältig, mit unfassbarem Sprachpotpourri, mit großem Auftritt und trotzdem heimelig - wie Luxemburg selbst eben, kommt der ungleiche Musik-Bruder des Mainstream-Evergreen-Festivals "Rock um Knuedler" daher. Das Festival solle, nach dem erfolgreichen Weltmusik-Erst-Versuch im September 2007 im Rahmen der Kulturhauptstadt, fest im städtischen Festival-Kalender verankert werden, erklärt Cathy Gioretti vom Fremdenverkehrsamt der Stadt Luxemburg: "Immer am ersten Juli-Wochenende". Nachdem das junge Festival am frühen Nachmittag mit Trommel- und Tanzworkshops im Kleinen begonnen hat, schlagen die Neugierigen noch am frühen Abend tröpfchenweise auf wie der Regen auf dem Place Guillaume II im luxemburgischen Stadtkern. Ab 20 Uhr und bis in die frühen Morgenstunden sollen elektronische Experimente aus der ganzen Welt der DJ-Kultur auf dem Plateau de St. Esprit für ein jüngeres Publikum dazudringen.Bei der rumänischen "Mahala Rai Banda" treffen Zigeuner-Fiedler und Akkordeons auf Blechblas-Profis aus einer ehemaligen Militärkapelle und machen treibende Tanz-Rhythmen mit Polka-Anklängen. Nach einer technischen Zwangspause legt die portugiesische Folktruppe "Gaiteiros de Lisboa" mit Dudelsäcken und den traditionellen Schlaginstrumenten wie Bombos und Caixas nach. Höhepunkt für Dahadj Ceraca aus Konz, der durch den Volksfreund auf das Event aufmerksam wurde: Vieux Farka Touré, Sohn des malischen Grammy-Gewinners Ali Farka Touré. Ein Zugpferd in der Weltmusik-Szene beschließt weit nach Mitternacht schließlich mit gut einer Stunde Verspätung das Live-Programm bei Luxemburgs neuem Weltmusik-Baby: Topact "Ojos de Brujo" (Hexeraugen) aus Spanien in Soundsystem-Besetzung, die als Zigeuner des 21. Jahrhunderts seit knapp zehn Jahren mit ihrem Flamenco-Hip-Hop-Elektro-Mix um die Welt reisen, lassen die Wolken vergessen, die sich kurz vorher noch einmal entladen haben. Mehrere Tausend Besucher sind inzwischen eng zusammengerückt, lauschen, tanzen und feiern im Zeichen des Musik-Abenteuers und der kulturellen Aufgeschlossenheit.