Festival Echterlive: Neustart in Echternach

Musik : Festival Echterlive: Neustart in Echternach

Echterlive bietet im Juli Jazz, Soul und Weltmusik in Echternach.

Erst München, dann London, zwischendurch Echternach – so sieht der Tourneeplan der britischen Soulpop-Sängerin Joss Stone im Juli aus. Und das zeigt: International gefragte Künstler sollen auch nach dem Aus für das Festival International Echternach in der Abteistadt auftreten. Ansonsten wird diesmal aber so ziemlich alles anders als in den Jahren von 1975 bis 2017.

Da ist zuerst der Name: „Festival Echterlive“ heißt die Veranstaltung, deren Konzept gestern in einer Pressekonferenz im Kulturzentrum Trifolion vorgestellt wurde. Notwendig war der Neustart laut Yves Wengler, Bürgermeister von Echternach und zugleich Vorsitzender des Trifolion-Trägervereins, weil sich die Luxemburger Kulturlandschaft so positiv entwickelt habe, dass es mittlerweile ein Überangebot gebe, gerade im Bereich der klassischen Musik. Die Leitideen: Stärker komprimiert soll das neue Festival sein, und in der Stadt soll mehr Festivalstimmung spürbar werden.

In der Umsetzung heißt das ganz konkret: vier aufeinanderfolgende Tage statt einer losen Reihe von Konzerten – und Einbindung von regionalen Vereinen und Einrichtungen. Beim Luxemburger Abend „De Lux“ zum Auftakt am Donnerstag, 11. Juli, treten daher nicht nur der Luxemburger Künstler Serge Tonnar mit seiner Band Legotrip und die Hip-Hopper von De Läb Orchästra auf, sondern auch die Harmonie Municipale und ein Schülerchor des Gymnasiums. Vorab sorgt das Big Brass Project der Musikschule für Unterhaltung bei freiem Eintritt, denn auch das ist Teil des Konzepts: Neben den Konzerten auf der Hauptbühne im Abteihof bieten das Art Village, das Food Village und das Music Village weitere Attraktionen für jedermann.

Künstler und Straßenmusiker, aber auch Gastronomen und Start-ups finden dort eine Plattform, um sich zu präsentieren.

Am späten Abend dient an allen Tagen die Basilika als Projektionsfläche für die Illumination „­Glowing Memories“. Der zweite Abend am Freitag, 12. Juli, steht im Zeichen des Jazz. Die Frage „Is This Jazz“ beantworten Klein. & Guest aus Luxemburg sowie die Schlagzeugerin Anne Paceo und die Gruppe Electro Deluxe aus Frankreich, die im Gegensatz zu anderen Elektro-Jazz-Bands auf herkömmlichen Jazz-Instrumenten spielt.

International wird es beim Weltmusik-Abend „Out of this World“ am Samstag, 13. Juli. Mit dabei sind Rabih Abou-Khalil aus dem Libanon mit seiner arabischen Laute, der Oud, der malische Gitarrist Vieux Farka Touré und der Luxemburger Eric Durrer, der mit seiner Latino-Band Choco y sus Cómplices kubanische Klänge auf die Bühne bringt.

Zum krönenden Abschluss am Sonntag, 14. Juli, gibt’s dann „Soul’n’Pop“. Außer der Grammy-Gewinnerin Joss Stone tritt auch Donny McCaslin auf, letzter Saxofonist von David Bowie.

Klassische Musik, den Schwerpunkt des früheren Festivals, gibt es nur ganz am Rande, dafür in außergewöhnlicher Kombination: Bei den beiden Ausgaben der „Late Night @ Basilika“ am Freitag und Samstag trifft der Elektro-Künstler Napoleon auf ein Streichquartett, außerdem begegnen sich der Organist Maurice Clement und der Elektro-Produzent Aamar.

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