Feuer und Flamme für Metall

Eine Institution wird geehrt. Anlässlich seines 80.Geburtstags präsentiert die Europäische Kunstakademie Trier eine Werkschau des Trierer Kunstschmiedes und Metallbildhauers Klaus Apel.

 Klaus Apel. TV-Foto: Eva-Maria Reuther

Klaus Apel. TV-Foto: Eva-Maria Reuther

Trier. (er) Als Erstes fallen einem seine strahlenden Augen auf. Mit solchen Augen muss Klaus Apel seinerzeit sein Eisen geschmiedet und seine schönen Messkelche ziseliert haben. Und wahrscheinlich hat er mit diesem Leuchten auch das Tor für das Haus in Trier-Kernscheid geschaffen, das selbst "Freude und Fröhlichkeit" heißt. Ausgesprochen herzlich empfängt der zierliche alte Herr, dem man auf den ersten Blick eher den Umgang mit Ideen denn mit Hammer und Amboss zutrauen mag, seinen Gast. Seit über 40 Jahren lebt und arbeitet der Metallbildhauer hoch über Trier im Ortsteil Kernscheid. Gleich hinter dem Haus beginnen die Wiesen, durchs Wohnzimmerfenster fällt der Blick in den stillen Garten. "Dort in der Natur tanke ich auf", nickt Apel. Auftanken - das war gewiss immer wieder nötig angesichts des riesigen Werks, das der gelernte Kunstschmied und Absolvent der Trierer Werkkunstschule in acht Lebensjahrzehnten geschaffen hat. Allerorts schmücken seine Arbeiten Plätze, Kirchen, Schulen und Privathäuser. Manch brennende Fußsohle erholt sich an Apels schönem "Brunnen des Handwerks" in Triers Fußgängerzone, den Prümern hält seine Brunnenanlage alltäglich ihre Geschichte vor Augen, und auch die Besucher der Luxemburger Börse werden von Apels Werk empfangen. Warum gerade die Liebe zum Metall? "Weil es so biegsam ist und wandelbar ist", bekennt Apel. In Wincheringen an der Obermosel wurde er 1927 geboren. Wie sein Vater ein Bahnbediensteter, fing der Fünfzehnjährige zunächst als Maschinenschlosser an. Als er ein paar Jahre später als Soldat staunend die kunstvollen Gitter der italienischen Palazzi sah, stand für ihn fest: "So etwas will ich auch machen." Wieder zu Hause besuchte er die Trierer Werkkunstschule. Sein Werk ist eine gelungene Verbindung aus traditionsreicher Schmiede- und Metallgestaltungskunst, und zeitgenössischer Bildsprache sind seine Arbeiten. Die Menschen erreichen

Ob abstrakt oder gegenständlich: wichtig ist ihm eins: "Ich will die Menschen mit meiner Arbeit erreichen". Wochen und Monate vertieft er sich dann in sein Thema, wie bei seiner Lieblingsarbeit, der Leuchterkrone für die Pfarrkirche St. Jakobus in Weiskirchen mit Motiven aus der Bergpredigt. "Zwei Jahre habe ich darüber immer wieder mit dem Pfarrer diskutiert", erzählt Apel. Ob er ein religiöser Mensch ist? "Ja" nickt der Vater von drei Kindern, "die Religion bedeutet mir viel". Auch sonst steht er fest auf dem Boden seiner moselländischen Heimat: "Heimat ist etwas ganz Großes." Weit in der Welt hat es ihn dennoch umgetrieben. Hierzulande wurde sein Werk bereits 1978 mit dem Staatspreis des Landes Rheinland-Pfalz gewürdigt. Andere Auszeichnungen folgten. Woher er seine vielen Ideen nimmt? Apel lacht: "Ich habe einen guten Draht nach oben." Ausstellung 9.-27.9., Di - So 11-17 Uhr, Eröffnung Sonntag, 9. September, 11.30 Uhr.

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