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Film ab: Vampir stolpert in die wilden Siebziger

Film ab: Vampir stolpert in die wilden Siebziger

Dark Shadows ist ein echter Tim-Burton, der witzigste seit langem übrigens. Schreiben Sie den Film bloß nicht ab, weil er mal wieder eine Vampirstory erzählt - meint Mandy Radics in unserer Kinokolumne "Film ab".

Die altbewährte Burton-Besetzung mit Johnny Depp und Helena Bonham-Carter passt glänzend und wird ergänzt durch Michel Pfeiffer als Dame des Hauses, Eva Green als Hexe, Bella Heathcote als Vicky und Christopher Lee und Alice Cooper in Gastrollen.

Blutsauger Barnabas Collins (Johnny Depp) ist anders. Herrlich altmodisch in Sprache und Outfit stolpert der Vampir, der nach der Verfluchung durch die eifersüchtige Hexe Angelique Bouchard (Eva Green) rund 200 Jahre in einem Sarg unter der Erde verbringen musste, in die wilden Siebziger.

Der Kulturschock ist groß. Die 15-jährige Carolin hat trotz "ihres gebärfreudigen Beckens noch keinen Gemahl". Um einen Ball zum Erfolg werden zu lassen, lässt man heutzutage Alice Cooper singen. Den hält Barnabas für das "hässlichste Frauenzimmer, das ich je sah".

Den Drang nach Blut verabscheut der 200-Jährige, er will von ihm loskommen. Nicht zuletzt, weil er sich in das Kindermädchen Vicky verliebt, das seiner von der Hexe in den Tod getriebenen Geliebten von damals gleicht. Die Hexe, die ihn einst zum Vampir verflucht hat, begehrt Barnabas auch im Jahr 1972 noch. Im burtonschen Vampirverständnis darf der Blutsauger heftigen Sex haben, der sich an Zimmerdecken und auf Teppichen entlangwälzend abspielt.

Ob Barnabas am Ende gegen die Hexe gewinnt, müssen Sie sich aber schon selbst ansehen.