1. Region
  2. Kultur

Flinke Füße, magische Momente

Flinke Füße, magische Momente

Rhythmus im Blut, klappernde Schuhe und viel Magie: Die Tänzer der irischen Steppshow "Magic of the Dance" haben am Sonntag in der Trierer Europahalle 400 Zuschauer auf eine Zeitreise mitgenommen. Erzählt wurde die Geschichte irischer Auswanderer, die dem Elend ihrer Heimat in den 1920er Jahre entkommen wollen.

Trier. Schweigend kommen sie auf die Bühne. Männer in schwarzen Mönchskutten. Sie werden von mystischer Trommelmusik begleitet. Auf ihren Schultern tragen sie eine blonde Frau (Colette Dunne). Langsam lassen die vermummten Gestalten die Frau hinunter. Anmutig steht Dunne in der Mitte der Bühne, die Blicke des Publikums ruhen auf ihr.
Plötzlich ertönt die tiefe Stimme des Schauspielers Sir Christopher Lee (bekannt aus Filmen wie "Herr der Ringe" oder "Dracula"). Er untermalt die Szene mit seiner Erzählung und lädt die Zuschauer in ein längst vergessenes Irland ein, in dem "Tänze noch Magie waren".
Dann schallt das Geräusch klappernder Schuhe durch die Europahalle. Die Tänzer der irischen Steppshow "Magic of the Dance" fliegen über die Bühne und entführen die Zuschauer in die Zeit der großen Hungersnot. Hier lernen sich Frau (Dunne) und Mann (Ciaran Maguire) kennen. Verlieben sich. Das Paar will vor dem Elend fliehen und begibt sich auf die Reise in die "schöne neue Welt". Auf dem Weg nach Amerika werden sie getrennt. Steppend suchen sie nacheinander. Dabei bekämpfen sie zwei irische Dämonen, die das Elend und den Kummer symbolisieren, welche das Liebespaar hinter sich lassen möchte.
Unglaubliches Tempo


Die Geschichte ist simpel und bietet nichts Neues. Doch darauf kommt es vielen Zuschauern nicht an. Sie starren gespannt auf die Künstler, verfolgen das Klacken der Schuhe. Sind vom unglaublichen Tempo der Tänzer begeistert. Als die Zuschauer selbst zum Steppen und Stampfen aufgefordert werden, kommen einige ins Schwitzen. "Ich bin nach drei Minuten aus der Puste gekommen. Das strengt ganz schön an", sagt Alexandra Tretakov (23).
Die Wittlicherin ist von der unglaublichen Ausdauer der Tänzer fasziniert. "Die Anstrengung sieht man den Künstlern nicht an." Sie ist von der Show begeistert: "Der zweite Teil war noch viel besser. Sehr explosiv." Tatsächlich zeigt die zweite Hälfte einige starke Auftritte, die unter anderem Tanzeinlagen auf Tonnen und Holzhockern beinhalten. Auch die kraftvollen "Stepp-Kämpfe" der Iren gegen die Amerikaner überzeugen.
Den größten Applaus bekommen jedoch drei Herren aus dem Publikum, die von zwei Tänzern auf die Bühne gebeten werden. Sie sollen steppen, springen und singen. Das Trio fügt sich den Anweisungen und kommt mit seinen Einlagen gut an. Einer der drei Auserwählten ist Victor Scheier, für den es der erste und letzte Auftritt war. "Meine Karriere war kurz, aber heftig", sagt der 58-Jährige und lacht.
Er ist von der unorthodoxen Art, das Publikum miteinzubeziehen, begeistert. Doch nicht nur sein eigener Einsatz habe ihm Spaß gemacht. Auch die Tanzeinlagen, die Musik und der geschichtliche Abriss hätten ihn fasziniert, lobt Scheier.