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Flucht aus festgefahrenen Mustern

Flucht aus festgefahrenen Mustern

Mit einem Heimspiel beginnt die Gesellschaft für Bildende Kunst ihr Ausstellungsjahr. In der Galerie Palais Walderdorff sind Arbeiten der Trierer Künstlerin Liane Deffert zu sehen.

Trier. Zu den Aufgaben der Trie-rer Kunstvereine gehört seit jeher ihre Tätigkeit als Produzentengalerie. Soll heißen: Im Rahmen ihres hauseigenen Ausstellungsbetriebs bieten die Vereinigungen ihren Mitgliedern regelmäßig die Möglichkeit, die eigenen Arbeiten zu präsentieren und ihren Schaffensprozess nach außen darzustellen. Mit einer solchen Schau beginnt auch die Gesellschaft für Bildende Kunst das Ausstellungsjahr 2015. In ihrer Galerie im Palais Walderdorff zeigt die größte örtliche Kunstvereinigung Arbeiten der Trierer Künstlerin Liane Deffert. Nicht wesentlich Neues ist in erster Linie zu sehen, dafür Bewährtes in anderen Zusammenhängen und in größerer Zahl.
Dabei sind neue Installationen und reizvolle Wandbilder entstanden. Gerade die letzteren setzen Defferts Objekte im Wortsinn in ein neues Licht. Mit ihren interessanten Schattenwürfen erobern sie sich die Fläche und bilden so Gegenentwürfe zur angestammten Form. Dabei kehren sie gleichsam ihr Inneres nach außen.
Die studierte Bildhauerin und Kunsterzieherin kam, wie sie berichtet, über die Aktplastik zur Bildhauerei. Ursprünglich hatte sie Grafikerin werden wollen. Beides - das Räumliche wie das Grafische - sind ihr geblieben.
Ihre Arbeiten sind gleichermaßen bestimmt von der Auseinandersetzung mit der Linie wie dem intensiven schöpferischen Umgang mit dem Raum. Trotz ihrer geometrischen Form, ihrer Kuben und Trapeze bleibt für die Bildhauerin der Raum ein offenes Programm, ein weiter zu entwickelndes Denkmodell, das in Aussparungen und Hohlräumen seine offene Form behauptet und darin womöglich den Fluchtweg aus allzu begrenzten festgefahrenen Mustern findet.
Außen und Innen sind in Defferts keramischen Raumkörpern klar gegeneinander abgesetzt. Die keramische Hülle ummantelt ein durch farbiges Vlies klar definiertes geschütztes Innenleben. Wobei die Farbe nicht allein zur ganz eigenen Raumwirkung beiträgt. Als flauschiges Futter signalisiert sie Intimität und verströmt Sinnlichkeit.
Die bunten Raumkörper werden ergänzt von Wandobjekten, die sich auf der Grenze zwischen Zeichnung und Bildhauerei bewegen und recht akademisch wirken. Interessanter ist da schon das im Raum schwebende Objekt aus Kunstharz in seiner Transparenz und kühlen Leichtigkeit. Eine in sich schlüssige Schau. er
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 7. Februar, Di, Do, Fr 11-13 Uhr und 14-17 Uhr, Mi, Sa, Feiertag 11-13 Uhr, Telefon: 0651/46824491,
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