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Frauengefühle, männlich interpretiert

Frauengefühle, männlich interpretiert

Michael Fitz kennen viele als Schauspieler, populär wurde er durch seine Rolle als Oberkommissar Carlo Menzinger in den Münchner Tatorten. Doch seit mehr als 20 Jahren ist er auch Musiker. Mit seinem neuen Programm "Ans Liacht" kommt er am heutigen Mittwoch, 8. Dezember in die Tufa nach Trier. Mit ihm sprach unsere Mitarbeiterin Anke Emmerling.

Trier. (ae) Als Schauspieler nimmt sein Publikum ihn eher wahr denn als Musiker. Bereits 2009 kam Michael Fitz in die Tufa nach Trier mit seinem Programm "Nackert", jetzt ist er wieder da. Mit "Ans Liacht" will er sein Publikum bewegen.

Da Sie in bayerischer Mundart singen, nimmt man Ihr musikalisches Wirken im hochdeutschen Sprachraum womöglich weniger wahr als das des vielseitigen Filmschauspielers. Doch was hat es mit Ihrer Musikerkarriere wirklich auf sich?

Fitz: Schauspielerei und Musik laufen bei mir parallel. Ich habe mit 14 angefangen, Gitarre zu spielen und Texte zu schreiben, musikalisch gab es dann aber noch ein paar Umwege. Bis 2001 habe ich Rock und Pop mit hochdeutschen Texten gemacht, auch ziemlich erfolgreich. Aber das war's irgendwie nicht mehr.

Nach drei Jahren Pause habe ich dann mit der Mundart angefangen und erlebe bei Konzerten in Nordrhein-Westfalen oder Hessen, dass die Leute auch dort den Texten folgen.

Ihre Texte fordern nicht nur durch die Mundart, sondern auch durch ihre sehr persönlichen und gefühlsbetonten Inhalte zum Zuhören auf. Worum geht es in der Hauptsache?

Fitz: Als Mann dreht sich bei mir logischerweise alles um das Innenleben des Mannes, das ja bekanntlich schwer zugänglich ist. Da recherchiere ich bei mir selbst, von außen stoße ich aber oft auf Hindernisse. Männer wollen nicht hinschauen, Frauen bagatellisieren: Ist doch alles nicht so kompliziert. Es gibt viele Berührungsängste. Umso mehr reizt mich das Thema, umso sturer bleibe ich dran, und die Reaktionen geben mir recht: Am Ende erkennen sich viele wieder.

Ihr neues Programm heißt "Ans Liacht". Was erwartet die Zuhörer heute unter diesem Titel?

Fitz: Bis auf vier Titel ganz neue Lieder und neue Akzente des Schürfens, Bohrens, Entblätterns und eben ans Licht Bringens. Oft wird mir Melancholie vorgeworfen, aber hier setze ich auf deftige Selbstironie, damit man über das Aufgedeckte lachen kann. Humor ist das Allerwichtigste, sonst sind Leute nicht bereit zu fragen: Geht mich das was an?

Das Konzert mit Michael Fitz beginnt am Mittwoch, 8. Dezember, um 20 Uhr im großen Saal der Tuchfabrik in Trier. Tickets gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Wittlich und Bitburg und online unter www.volksfreund.de/tickets