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Frauenpower aus Norwegen

Frauenpower aus Norwegen

Mit ungewöhnlichen Instrumenten wie der Bass-Balalaika, Mandoline oder Ukulele haben die vier Norwegerinnen von Katzenjammer ihren ganz eigenen Stil auf die Bühne in Luxemburg gebracht. Ob Folk, Country oder Chanson: Ihre Songs waren immer temporeich und besonders.

Luxemburg. Fast nach jedem Song wechselten sie munter ihre Instrumente. Anne Marit Bergheim, Solveig Heilo, Turid J. Honerud und Marianne Sveen von Katzenjammer beherrschen gleich mehrere Instrumente. Außerdem wechselten sie sich mit dem Gesang ab: Denn singen können sie alle. So bekommt jeder Song seinen besonderen Stil. Ihr aktueller Hit "My Dear" klingt niedlich und hat deutlich Coun-tryeinflüsse. "Oh my God" hingegen klingt düster, erotisch, basslastig und ein bisschen nach Hip-Hop.
Voller Rhythmus und Energie sind ihre Songs immer. Die vier Norwegerinnen strahlen pure Frauenpower aus. Da wundert es nicht, dass vor allem Männer ihnen in der ersten Reihe zujubeln.
Das mag vielleicht an der Optik der Damen liegen, die mit ihrer selbstbewussten und lebensfrohen Art nicht nur die Frauen beeindrucken dürften.
Mit ihren Ansagen halten sie sich an diesem Abend zurück. Die meisten Songs gehen direkt ineinander über. Das Konzert gleicht einer rasanten Fahrt auf einer Achterbahn. Das Publikum klatscht ohne Unterlass. Bei "To the Sea" gibt\'s sogar eine eigene Choreografie, zu der alle mittanzen.
Doch auch einen melancholischen Moment gibt es: Marianne Sveen erzählt von ihrer Zeit als Krankenschwester. Das Lied "Lady Grey" hat sie einer 79-jährigen kranken, älteren Dame gewidmet. Das Lied stellt all die Fragen, die jüngere Menschen einem älteren Menschen gerne stellen würden: Mit wem bist du zusammen gewesen? Wo bist du schon mal gewesen?
Weiter geht es mit einem gospelartigen Lied: "God\'s Great". Danach gibt es Akkordeonklänge: "Mother Superior" erinnert sogar ein bisschen an griechischen Wein. Nach anderthalb Stunden und zwei Zugaben-Songs ist das Konzert zu Ende.
Die musikalische Bandbreite von Katzenjammer ist groß. Dabei klingt ihre Musik keinesfalls nach Katzenjammer. Doch der Bandname hat sowieso nichts mit dieser deutschen Wendung zu tun: Er bezieht sich auf einen gleichnamigen Comic. Außerdem zielt der Begriff auf das deutsche Lehnwort Katzenmusik ab, das im Norwegischen so viel wie schlechte, minderwertige Musik bedeutet. jwa