Frischer Wind am Theater

Trier · Aufnahmeprüfungen an der Schauspielschule, Bewerbungen und immer wieder Vorsprechen: Der Weg auf die Theaterbühne ist nicht einfach. Daniel Kröhnert und Alina Wolff haben es geschafft. Seit dieser Spielzeit gehören die beiden als jüngste Mitglieder zum Trierer Theaterensemble.

Trier. "Sie haben ihr Ziel erreicht." Das ist das Motto der aktuellen Spielzeit des Trierer Theaters. Für Alina Wolff und Daniel Kröhnert passt dieser Satz ganz genau. Seit dieser Spielzeit gehören die beiden zum Schauspielensemble. Ihr größter Erfolg mit Mitte zwanzig ist das Engagement direkt nach dem Studium.
"Ich habe durch Spiellust und unbedingten Willen überzeugt!", erinnert sich Alina Wolff (25), wie sie zur Schauspielschule in Rostock gekommen ist. Unter 1000 Bewerbern habe sie sich durchgesetzt, erzählt sie. Ihr Kollege Daniel Kröhnert besuchte in Mainz eine private Schauspielschule. "An vier Tagen musste ich mich jeweils gegen 40 Kontrahenten durchsetzen", sagt der 24-Jährige. Beim Vorsprechen sei eine moderne und eine klassische Rolle erwünscht. Manchmal müsse man aber auch hauseigene Prüfungen bestehen, sagt Kröhnert. "Phonetik, Improvisation und Akrobatik gehörten dazu."
Nach der Ausbildung hieß es für die beiden dann erst einmal: jede Menge Bewerbungen schreiben. "Ich hatte viele Vorsprechen, auch in der Schweiz und Österreich. Manchmal war es echt knapp", erzählt Wolff. An manchen Theatern gingen täglich mehr als 500 Bewerbungen ein. Geholfen hätten ihr vor allem die gute Ausbildung und ihr Durchhaltevermögen, meint sie.
Eltern sind stolz auf Nachwuchs


Daniel Kröhnert musste etwa 80 Bewerbungen schreiben, bis es mit dem passenden Engagement geklappt hat. Drei Monate war er bei der Badischen Landesbühne in Bruchsal. "Dort ist es mir aber zu klein geworden, und das Konzept des Reisetheaters hat mir auch nicht gefallen", erklärt er den raschen Wechsel.
Eltern und Freunde sind stolz auf die jungen Schauspieler. "Ein bisschen verrückt finden sie es schon", sagt Wolff, deren Vater bei den Berliner Philharmonikern den Kontrabass spielt. Auch Kröhnert ist vorbelastet: Vater Reiner ist Kabarettist, Schwester Dana Schauspielerin.
"Meine Eltern haben immer gesagt: Wenn dir nichts Besseres einfällt, dann werde Schauspieler." Eigentlich habe er Fußballprofi werden wollen, sagt der gebürtige Stuttgarter. Und er bleibt dem Ballsport auch in Trier treu: "Ich darf beim Training von Eintracht Trier II teilnehmen." Auch Wolff hatte anfangs andere Berufswünsche: "Turnlehrerin oder Verkäuferin, das hätte mir gefallen."
Jetzt freuen sich beide auf ihre nächsten Hauptrollen in Trier. Alina Wolff spielt in Henrik Ibsens Drama "Hedda Gabler" (ab 28. April) die gleichnamige Hauptrolle. "Ich spiele gerne Frauen, die für etwas kämpfen, die auf den ersten Blick kompliziert sind und deren Handeln man nicht verstehen kann", sagt die gebürtige Berlinerin.
In der Studio-Produktion "Der warme Kuss von kaltem Bier" spielt Daniel Kröhnert Richard, der im Afghanistankrieg war (ab 5. Mai). "Ich mag solche ausgefallenen Rollen. Ich spiele gerne andere Ecken als im realen Leben."

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