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Für die Tufa Trier lohnen sich Indoor-Veranstaltungen wegen der Auflagen nicht

Corona-Krise : Tufa & Co.: Warum die Säle trotz Lockerung leer bleiben

Bühne frei – theoretisch: Nach zweieinhalb Monaten coronabedingter Schließung können in Rheinland-Pfalz ab Mittwoch wieder Theater, Konzerthäuser, Opern und Kleinkunstbühnen sowie Kinos öffnen – allerdings unter strengen Auflagen.

Und vorerst ohne „Chöre, Gesänge oder ähnlichen Tätigkeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko“. Von Aufbruchstimmung ist bei den Kulturanbietern in der Region aber nichts zu spüren – der Tenor: Die Regularien sind im Innenbereich so streng, der Aufwand ist so hoch, dass sich Veranstaltungen nicht rechnen würden. So kommen für Oliver Thomé, Geschäftsführer von Popp Concerts, Hallenkonzerte unter diesen Bedingungen aktuell nicht in Frage. Auch Rainer Laupichler von den Eifel-Kulturtagen hat bereits abgewunken (der TV berichtete). Das Theater Trier hat schon vor Wochen alle Veranstaltungen bis zur Sommerpause abgesagt.

Und auch die Tufa Trier hat sich gegen Veranstaltungen mit Publikum in ihren beiden Sälen entschieden. „Wir haben am Montag Nachmittag die aktuellen Hygieneverordnungen für unsere Bereiche erhalten und daraufhin gerade beschlossen, dass wir indoor keine Veranstaltungen mit Publikum bis zur Sommerpause anbieten“, sagt Tufa-Geschäftsführerin Teneka Beckers dem TV: „Es lohnt sich nicht, ist sehr aufwendig vom Handling her und macht auch keinem Spaß, zumal für die Dauer der Veranstaltung auch Maskenpflicht besteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Publikum nicht nur aus Solidarität zu uns kommt, sondern auch, weil es Freude bei der Veranstaltung erwartet, ist relativ gering.“ Auch die Auswahl dessen, was man auf der Bühne zeigen könne, sei gering: „Denn auch dort gelten ja die Regeln, und so richtig proben konnte auch die ganze Zeit niemand.“ Die Tufa organisiere stattdessen die Räume so um, dass ein Teil der Kurse/ Worksshops und Proben wieder stattfinden könne.

Wie andere Kulturmacher hofft die Tufa auf Veranstaltungen im Freien - wie Open-Air-Kino und -Konzerte. „Das ist das Einzige, was für uns gerade Sinn macht“, sagt Beckers.

Wer die Tufa-Bühne vermisst, kann sie sich zumindest zwei Mal in der Woche ins Wohnzimmer holen – mittwochs und freitags, dank des neuen Internet-Formats „Stream Factory“ in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal 54. Am Mittwoch tritt das Trierer Duo Wollmann & Brauner auf (19 Uhr, Blues, Jazz, Country,  Rock). Am Freitag spielt das Liedermacher-trifft-Comedy-Duo Hennich & Hanschel (19 Uhr).

Auch der Mergener Hof und der Kulturraum e.V. gehen ähnliche Wege mit Kleinkunst-Veranstaltungen wie „Kunst gegen Bares“ und dem Poetry-Slam.

Streaming Factory: Mittwochs und Freitag im OK54 und unter www.facebook.com/OK54Buergerrundfunk