Ganz besondere "Bilder einer Ausstellung" im Kloster

Ganz besondere "Bilder einer Ausstellung" im Kloster

Die "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski, gespielt auf zwei Marimbaphonen - diese seltene Kombination gab es jetzt beim Konzert im Kloster Springiersbach.

Bengel. Sieben Jahre sind vergangen, seit das German Marimba Duo (GMD) zuletzt im Kloster Springiersbach zu Gast war. Einige der 150 Besucher kamen für ein Wiedersehen mit Andreas Schwarz und Matthias Krohn, andere, weil ein Konzert mit zwei Marimbas Außergewöhnliches verspricht.
Modest Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" sind ein Musterbeispiel für Programmmusik, und das Programm des GMD ist ein Musterbeispiel für außergewöhnliche musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau.
Die Bilder der einzelnen Sätze beschreiben zehn Gemälde und Zeichnungen eines Freundes von Mussorgski. Schwarz und Krohn interpretierten sie derart ausdrucksvoll, dass auch ohne einen Blick auf das Programmheft jedem der Zuhörer klar war, um welches Bild es sich handelte - sei es der Tanz der Kücklein oder die tratschenden Weiber auf dem Marktplatz, nach dessen Ende die Musiker die Schlägel im hohen Bogen wegwarfen.
Mit einer artistisch anmutenden Vier-Schlägel-Technik brachten die beiden Musiker die Palisanderholzstäbe ihrer Schlaginstrumente zum Schwingen. "So hätte Mussorgski sich das Stück nicht träumen lassen", kommentierte Andreas Schwarz. Dass diese Aussage durchaus positiv zu verstehen ist, bewies das Publikum mit herzlichem und lang andauernden Applaus.
Mit kurzweiligen Moderationen, eigens für zwei Marimbas komponierten Werken, ungeheurem Spielwitz, unglaublichem Taktgefühl und herausragender Stilsicherheit gestaltete das Duo die zweite Konzerthälfte. Besonders beeindruckende Klänge bot die Minimal-Komposition für zwei Balafone (afrikanische Urahnen der Stabspiele) von Andreas Schwarz, die er folgendermaßen beschreibt: "Es geschieht wenig, dies jedoch gleichzeitig."
Anders als im Magischen Kreis (Orbis Magicus) von Matthias Krohn, der verdeutlichte, dass der Quintenzirkel zwar nicht in der Theorie, doch in der Praxis, sprich in diesem Werk durchaus ein Vergnügen sein kann. Mit Krohns "Three Matters of Importance" (Drei Dinge von Bedeutung) beendete das Duo ein in vielerlei Hinsicht bedeutsames Konzertprogramm. romi

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