Geburtstagsparty mit Lob und Kritik

Trier · Die Tufa hat mit einer Gala ihren 25. Geburtstag begangen. Rund 250 Freunde, Förderer, Künstler, Mitarbeiter und Gäste feierten bei Kunst, Comedy, Live-Musik und Mitternachtstorte hinein. Dabei ließen Reden und Gespräche Erinnerungen bis hin zur Wurzel des "Tufa-Gens" Revue passieren.

 Tufa-Chefin Teneka Beckers (links) schneidet um Mitternacht die große Torte zur Feier des 25. Tufa-Geburtstags an. TV-Foto: Anke Emmerling

Tufa-Chefin Teneka Beckers (links) schneidet um Mitternacht die große Torte zur Feier des 25. Tufa-Geburtstags an. TV-Foto: Anke Emmerling

Ganz ohne Reden kommt auch ein "alternatives" Haus wie die Tuchfabrik nicht aus, zu einem Geburtstag, der ein Vierteljahrhundert rund macht. Am Pult stehen Persönlichkeiten, die eine besondere Beziehung dazu haben. Einer von ihnen ist Oberbürgermeister Klaus Jensen, Gründungsmitglied des Kulturzentrums. Er würdigt dessen Bedeutung als "Ort, wo die verschiedenen Welten vom lila Latzhosenträger bis zum Jazzprofi aufeinander stoßen und sich zusammenraufen, um etwas zu entwickeln." Mittlerweile hätten 1,7 Millionen Menschen die Tufa genutzt, sie sei aus Trier nicht mehr wegzudenken. Ähnlich sieht das Walter Schumacher, der Staatssekretär der Geburtstagsgala-Schirmherrin, Kulturministerin Doris Ahnen. Er, der selbst 1994 als Kabarettist in der Tufa aufgetreten ist, sieht ihren besonderen Wert in der Funktion als soziokulturelles Zentrum für alle Generationen: "Hier ist Platz für Experimente, Bildungsarbeit wie auch Spaß. Kultur wird mit besonderer Sensibilität für gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur als Event aufgefasst." Kritischere Töne schlägt dagegen Hauptfestredner Helmut Schwickerath, "Urgestein" der Tufa und langjähriger Vorsitzender des katz e.V. (Kleine Alternative Trierer Zeitung) an. Das im "kreativen Chaos" der Anfangszeiten entstandene "Tufa-Gen", ein politisch motiviertes Engagement zur Positionierung der Tufa als Alternative innerhalb der Stadtkultur, sei zum blinden Erwerbsdrang mutiert. Er gibt der Tufa einen Geburtstagswunsch in Worten von Rocko Schamoni auf den Weg: "Kommt aus der Unbeweglichkeit heraus und lernt, wieder gemeinsam zu kämpfen!"

An die Anfänge erinnert sich auch noch der ein oder andere im Publikum, zum Beispiel Gründungsmitglied Wolfgang Scholtes, der später zehn Jahre dem Exhaus vorstand: "Wir waren damals anders drauf. Eigentlich wollten wir ein autonomes Zentrum." Ingo Popp, der seine Konzertagentur zeitgleich mit der Gründung der Tufa eröffnete, ist froh, dass diese sich anders entwickelt hat. Als "Kommerzieller" durfte er dort keine Konzerte veranstalten.

Feiern steht an diesem Abend im Vordergrund



Student Philipp Jakobs, der oft die Tufa besucht, gehört zur Generation, der ihre Geschichte nicht so präsent ist. Für ihn wie auch die meisten anderen steht an diesem Abend das Feiern im Vordergrund. Und dafür wird einiges aufgefahren. Neben einer beeindruckenden Vorschau auf die am kommenden Samstag beginnende Mail-Art-Ausstellung (TV-Bericht folgt), geben sich Komödianten ein Stelldichein. Vera Deckers, Joachim Hahn, Jens Heinrich Claasen und Johannes Flöck, alle bekannt aus "Nightwash", unterhalten bestens im kleinen Saal. Im großen Saal heizt die zehnköpfige "Soulfamily" mit Funk-, Soul-, und Reggae Tanzwütigen ein, bis die Schuhsohlen glühen. Um Mitternacht kredenzt Tufa-Chefin Teneka Beckers im Schein von Wunderkerzen eine Geburtstagstorte. Dabei wünscht mancher: "Alles Gute für die nächsten 25 Jahre."

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