Gelungener (Kultur-)Sommer mit der Bläserphilharmonie Süd-West

Gelungener (Kultur-)Sommer mit der Bläserphilharmonie Süd-West

"Natürlich Kultur" lautet das Motto der diesjährigen Konzerte des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Im aktuellen Programm der Bläserphilharmonie Süd-West gibt deshalb die Natur den Ton an. Die Musiker spielten am Wochenende in Prüm und Saarburg.

Prüm/Saarburg. Gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zeigt sich der Sommer nun doch wohltuend kultiviert, natürlich musikalisch betrachtet! Seit nunmehr fünf Jahren treffen sie sich einmal im Jahr in Prüm, die etwa 60 Musiker der Bläserphilharmonie Süd-West, um innerhalb von nur fünf Tagen ein neues Programm zu studieren und zu proben.
Wie in jedem Jahr fand das Premierenkonzert anschließend in der Prümer Karolingerhalle statt. Die etwa 60 Zuhörer seien begeistert gewesen, man habe dies am Applaus messen können, außerdem wurde eine Zugabe gefordert. Nein, mehr seien zum Premierenkonzert noch nie gekommen, sie hätten auch schon vor 30 Leuten gespielt, aber Spaß mache es immer, erzählt ein Orchestermitglied.
Experimentell und melodisch


In die Saarburger Stadthalle kamen am folgenden Abend dann gleich mehr als doppelt so viele Besucher. Neu war nicht nur das Programm, sondern waren auch die Kompositionen, die in der Zeit von 1978 bis 2007 entstanden sind. Dass zeitgenössische Musik gleichzeitig experimentell und dennoch ungeheuer melodisch sein kann, stellte das Orchester unter der Leitung des Dirigenten Timor Oliver Chadik gekonnt und unterhaltsam unter Beweis. Besonders mit der Komposition "Extreme Make-Over", eines der anspruchsvollsten und derzeit schwierigsten Werke für Blasorchester, beeindruckten die Musiker. Es war mehr als Musik, es waren musikalische Erzählungen, Geschichten, die nicht nur von der Natur der Menschen erzählten. Wut und Trauer, Betroffenheit und Freude, Feuer und Wasser, Wiesen und Wälder, all dies war zu hören und sogar bildlich vorstellbar. So bot diese Philharmonie außerordentlich viel Harmonie.
Begeisterter Schlussapplaus


Klar habe es ihr gefallen, es sei doch coole Musik, sagt die Jüngste im Saal, die dreizehnjährige Selina Steinmetz aus dem saarländischen Sitzerath. Sie wolle auch mal in diesem Orchester spielen, so wie ihre Schwester Tamara, die sei nämlich eine der "Klarinetten", und obwohl zwar schon sechzehn, trotzdem das jüngste Orchestermitglied. Es gäbe zwar kein Mindestalter zur Aufnahme, aber man müsse richtig gut sein, und dafür brauche man viele Jahre, erklärt Selina.
Stehend applaudierend verabschiedet das Publikum in Saarburg die Bläserphilharmonie Süd-West.

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