Gerd Dudenhöfer thematisiert in der Europahalle Trier als Heinz Becker den Tod

Comedy : Gerd Dudenhöfer thematisiert in der Europahalle Trier als Heinz Becker den Tod

Gerd Dudenhöfer hat, in der Europahalle, Station als Heinz Becker gemacht. Für sein aktuelles Programm hat er sich ein nicht ganz einfaches Thema ausgesucht, den Tod. 

Es war kein lustiger, fröhlicher Start in den Abend. Zu Glockengeläut mit weißen Rosen in der Hand und schwarzem Anzug, kam Gerd Dudenhöfer als Heinz Becker auf die Bühne. Er setzte sich an seinen Küchentisch und gab seine Sicht zum Thema Tod, Sterben und zum Leben wieder. Er kam gerade von der Beerdigung seiner Frau Hilde. „Es geht mir sehr nah“, meinte er. „Vor der Beerdigung habe ich meine Unterhosen gesucht, die hat mir die Hilde immer rausgelegt. Jetzt muss ich das selber machen. Und auch das Bier muss ich mir selbst aus dem Keller holen,“ sinnierte er weiter und es gab die ersten kräftigen Lacher in der mit 620 Besuchern ausverkauften Europahalle.

Die Preise der Bestatter, „von der Beerdigung hätte ich die Garage dreimal umbauen können, man nimmt ja nicht den billigsten Sarg, wegen den Leut`“, die Taktlosigkeit verschiedener Menschen, „Ich habe gehört, du willst dein Haus verkaufen“, sprach er an.

Er bleibt auch bei diesem Thema seinem Image als biederem Spießer treu, „man muss sparen wo man kann“. Die Technik, die Pointen richtig zu setzen, beherrscht Gerd Dudenhöfer. So sagt er beispielsweise: „Es sterben jeden Tag Leute, in Kriegen, an Seuchen und auch nach einer Ehe.“

Als es um die Bestattungsart ging und das Thema Verbrennen aufkam, schlug er den Bogen zur aktuellen Klimapolitik und gab zu bedenken, dass man beim Verbrennen auch immer die Emissionsgrenzen im Blick haben müsse. Schließlich kam er auf Greta Thunberg zu sprechen und „Fridays for future“. „Ich warte noch, dass die übers Wasser läuft“, sagte er und erntete viel Beifall. „Unsere Zukunft war damals die HJ“, setzte er noch obendrauf. Dann wechselte er zügig das Thema in Richtung seines Grabsteins.

Der noch häufig als Tabuthema geltende Tod, bietet viel Stoff, und wenn man die Grenzen überschreitet, erntet man als Kabarettist, Reaktionen. Immer wieder stellte er sich als Opfer dar, als armen Mann, der jetzt sogar seine Hemden selbst bügeln muss.

Gesellschaftskritik gab es auch. Er sagte, dass der kleine Mann, immer nur geprüft werde, um schließlich doch durchzufallen und letztendlich dort zu enden, wo noch Platz sei – auf dem Friedhof. Selbst die Amerikaner bekamen von Heinz Becker ihr Fett weg. Er fühle sich an vielem aus der Geschichte unschuldig, „daran, dass sie Jesus gekreuzigt haben, daran dass der Zweite Weltkrieg war und der „Schlamassel“ mit den Juden und auch an der Wahl von Donald Trump. „Wie sie dann gemerkt haben, was sie da gewählt haben, wollten sie es schnell auf die Russen schieben“, gibt er stammtischmäßig zum Besten.

Mit seinen Wortspielen erreicht er die Besucher, die ihm an den Lippen hängen, immer wieder. Etwa, wenn er sich aufregt, dass die Menschen heute soviel davon sprächen, sich auszuleben. Dafür braucht man seiner Meinung nach vor allem Geld und wenig Arbeit. „Mir schaffen bis wir umfallen, dann haben wir auch ausgelebt“, schließt er.

Große Gesten braucht Gerd Dudenhöfer nicht, bei seinen Pointen. Geduldig sitzt er während des Programms „Dod“ auf seinem Stuhl, macht mal eine kurze Handbewegung oder zieht die Augenbrauen hoch. Mehr nicht, weil er weiß, dass seine Gags wirken. Nicht immer sofort, aber dann umso stärker, mit einem Moment Abstand.