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Gesellschaft für Bildende Kunst Trier Werke von Guy Charlier und Benoit Debordes

Kunst : Der Mensch im Zentrum: Werke von Guy Charlier und Benoit Debordes

Er ist eine feste Größe in der Trierer Kunstszene. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Sind Guy Charliers Skulpturen doch vielerorts im Stadtbild verankert.  Was durchaus schlüssig ist. Der Mensch ist das Thema des 1954  geborenen Franzosen, der seit vielen Jahren als Wahltrierer an der Mosel lebt.

Als abstrakte Menschenbilder führen Charliers Arbeiten einen stillen Dialog mit ihren Standorten und dem Leben dort. Als „Wächter“ scheinen sie zuweilen die Unversehrtheit  ihres Ortes und seiner Menschen zu schützen.

Jetzt hat die Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst  ihrem langjährigen Mitglied die erste Ausstellung im neuen Jahr gewidmet. Mit dabei ist in der schön eingerichteten Schau Charliers französischer Kollege und Freund, der Maler Benoit Debordes. Befragt nach seiner Arbeit zitiert Charlier gern aus einer früheren Einführung: „ Sein Werk ist immer in Bewegung.“ Das bleibt auch weiterhin sein Schaffensprinzip. Wer sich die Skulpturen und Kleinplastiken der neuen Ausstellung im Palais Walderdorff in Trier anschaut, findet auch ohne Titel die  bekannten  Motive von Charliers Werk wieder, wie das der Könige in den kleinen Büsten. Wie Wächter muten einmal mehr die hochaufgerichteten Stelen an.

Gleichwohl ist die sehenswerte Ausstellung weit stringenter als andere zu Charliers Werk vorher. Man mag seine Arbeiten fast als geläutert bezeichnen. Die Beschränkung auf wenige Materialien, die klare Zeichensprache der Holzstelen, die ihr Leben aus den Altersspuren und der Materialästhetik des Holzes beziehen, lassen die Skulpturen wie Ausrufezeichen wirken, die Menschlichkeit anmahnen und dazu auffordern, sich aufs Wesentliche zu beschränken.

Ein anderer Aspekt menschlicher Wirklichkeit wird im Obergeschoss thematisiert. Dort erinnern Charliers kleine Bronzebüsten mit ihren Kronen an die Vergänglichkeit und Ohnmacht der Macht. Im lebhaften Dialog mit Charliers ruhigen Arbeiten stehen die Ölgemälde von Benoit Debordes. Wo der Trierer Künstler Menschsein verinnerlicht, da veräußert und orchestriert sein Kollege aus Burgund vielfarbig und zuweilen dramatisch  Menschenleben in seiner Malerei. Auch Debordes’ Thema ist der Mensch, seine Sehnsüchte, seine Freuden, sein Scheitern, sein Verhältnis zur Natur, seine Beziehung zur Arbeitswelt. „Die Natur ist mir ganz wichtig“ bestätigt der Franzose, „als Erholungsraum und Ort der Selbstbesinnung“.

Debordes figurative Gemälde sind inspiriert von vielerlei Stilen, bis hin zu Expressionismus und italienischen Altmeistern. Einem Großmeister der Moderne, dem Engländer Francis Bacon ist sein interessantestes Gemälde verpflichtet. Eine malerische Auseinandersetzung mit dem Porträt als Ausdruck wechselnder Seelenlagen. „Ecce homo“ – schau auf den Menschen, scheint die Schau zum Jahresbeginn ihren Besuchern  sinnfällig zuzurufen.

Die Ausstellung ist bis 1. Februar zu sehen; geöffnet donnerstags 17 bis 20 Uhr, freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 13 bis 16 Uhr. Weitere Informationen auf www.gb-kunst.de