Get happy with Pink Martini

Luxemburg · Verrückt tanzende Zuschauer auf der Bühne, stehende Ovationen und ein ausverkauftes Haus: Das schafften Pink Martini bei ihrem Auftritt in der Luxemburger Philharmonie am Donnerstagabend. Mit im Gepäck hatten sie ihr neues Album Get Happy.

Luxemburg. "Je ne veux pas travailler, je ne veux pas travailler" (Ich will nicht arbeiten) - Die elfköpfige amerikanische Combo Pink Martini muss in der Luxemburger Philharmonie am Donnerstagabend gar nicht mehr selbst singen. Denn das übernimmt bei ihrem bekannten Song "Sympathique" das Publikum. Und wenn 1000 Zuschauer laut mitsingen - das Konzert der Combo ist ausverkauft - ist das schon ein Erlebnis in dem schick-modernen Flair des luxemburgischen Konzerthauses. "Sympathique" war der erste Song der Band, die 1994 in Portland (Oregon) von Thomas Lauderdale gegründet wurde. Lauderdale, der eigentlich Politiker werden wollte, störte sich an der schlechten Musik bei politischen Veranstaltungen. Mit Pink Martini wollte er mehr Qualität schaffen. Seitdem ist er auf Abwegen und sitzt bei den Martinis seit 19 Jahren am Piano.
Frontfrau der Combo ist Storm Large, die vampartig im goldenen hautengen Abendkleid die Bühne betritt. Mit aufreizenden Hüftschwüngen und anmutigen Armbewegungen zieht sie das Publikum schnell in ihren Bann. Doch wirklich überzeugend ist ihre samtige Stimme, die an Sängerinnen in US-Nachtclubs der 1950er Jahre erinnert.
Songs in vielen Sprachen


Im Repertoire haben die Martinis Stücke aus aller Welt. Frontfrau Storm singt auf Deutsch, Französisch, Spanisch, Englisch, und auch auf Türkisch. Bei dem rumänischen Herz-Schmerz-Lied weint die Violine von Musiker Nicholas Crosa. Lauderdales Piano stimmt mit ein. Im Vordergrund steht jedoch die Stimme der Sängerin. Sie singt: "Ich kann nicht mehr essen. Ich kann nicht mehr schlafen. Mein armes Herz." Ganz anders das hingebungsvolle Liebeslied "Amado Mio". Oder das stimmungsvolle beschwingte Lied "Donde estas, Yolanda".
Das Repertoire der Band ist groß. Mittlerweile hat sie sechs Alben aufgenommen, die in Frankreich, Kanada, Griechenland und der Türkei Goldstatus erreichten. Die Combo ist beliebt, obgleich ein wenig Kritik nicht unterschlagen werden darf. Pink Martini sind nett, sie machen Stimmung, sind eben gut geeignet für Firmenfeste oder politische Veranstaltungen - wie Lauderdale sich das wünschte. Doch herausragend sind die Musiker nicht. Vor allem bei den oft lateinamerikanisch angehauchten Songs fehlt es an musikalischer Besonderheit. Da hat die Philharmonie schon viele größere Talente auf der Bühne gehabt.
Doch eines ist klar: Den 1000 Zuschauern hat der Abend Spaß gemacht. Sie geben der Band am Ende stehende Ovationen. Nach dem Konzert stehen Hunderte Besucher Schlange für eine CD und Autogramme der Künstler.

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