Gospelkonzert mit Hindernissen

Gospelkonzert mit Hindernissen

Einer der besten Gospelchöre Amerikas, der zur ältesten katholischen Kirche Washingtons gehörende Saint Augustine Gospel Choir, hat ein Konzert in der Trierer Konstantin-Basilika gegeben. Der Genuss seiner wunderbaren spirituellen Hymnen wurde den rund 400 Zuschauern allerdings durch gravierende Unzulänglichkeiten der Beschallungstechnik und unprofessionelles Pannenmanagement getrübt.

Trier. Als besonderes Ereignis hatte die Evangelische Kirchengemeinde Trier das erste von ihr veranstaltete Konzert eines Gospelchors in der Konstantinbasilika angekündigt. Denn schließlich war mit dem Saint Augustine Gospel Choir aus der amerikanischen Hauptstadt Washingon D.C. einer der besten Chöre der USA eingeladen. In nationalen Chorwettbewerben hat er sich in den letzten Jahren ganz vorne platziert, dazu einige wichtige Anlässe im Weißen Haus, zum Beispiel den Papstbesuch, mitgestaltet. Das weckt natürlich Erwartungen bei rund 400 Besuchern, die es trotz parallel laufenden kostenlosen Musikangebots beim Altstadtfest für nicht wenig Eintrittsgeld in die Basilika zieht.
Zunächst vielversprechend


Dort sieht auch zunächst alles nach einem vielversprechenden Abend aus. Das Konzert, das über Vermittlung des Gospelchors Saarbrücken, der 2009 Gast in Washington war, zustande gekommen ist, wird mit einem Gebet sehr feierlich von US-Pastor Patrick und Pfarrer Otto Deutsch aus Saarbrücken eröffnet. Dann schwingen sich ebenso harmonische wie voluminöse Stimmen von 25 überwiegend farbigen Sängerinnen und Sängern zur kraftvollen Hymne "Total Praise" empor und verströmen dabei nicht nur sichtliche Freude sondern auch die Überzeugung eines tiefen Glaubens.
Begleitet werden sie von einem Schlagzeuger, einem Bassisten und ihrem Chorleiter Eddie Cromwell am E-Piano. Doch schon bald deuten sich Schwierigkeiten mit der problematischen Akustik des Saales und der Beschallungstechnik an. Der Schlagzeug-Rhythmus wird als Echo von den Wänden zurück geworfen, der Bass übertönt in Teilen des Saales alles andere, hinten ist nur Soundbrei wahrzunehmen. Zudem fallen immer wieder die die Stimmen verstärkenden Boxen aus. Das ändert sich leider auch nicht bei Folgetiteln wie "Hes The Joy Of My Salvation" oder "Glorious Is The Name Of Jesus", jubelnden Lobgesängen mit Blues- und Jazz-Anklängen.
Besonders ärgerlich wird es bei "God Is The Joy And Strength Of My Life", als Solist Phil Williams mit hervorragendem Soulgesang für Gänsehaut sorgt, sich plötzlich aber nicht nur die Boxen sondern auch noch das Piano komplett verabschieden. Bemühungen zur Abhilfe beschränken sich durchweg auf aufgeregte Dialoge am Bühnenrand und Spurts des Technikers zu den Kabelkontakten. Das sorgt für zusätzliche Unruhe, die die Konzentration auf das spirituelle Erlebnis nahezu unmöglich machen. Erst zwei Titel vor Schluss entschließen sich die Organisatoren endlich, das Konzert zu unterbrechen und ein für allemal für Abhilfe zu sorgen. Das Problem des Boxenausfalls bleibt zwar auch danach bestehen, aber dennoch kommt es zu einem versöhnlichen Finale. Der Chor legt noch etliche sehr schwungvolle Zugaben auf, zum Beispiel das mit RocknRoll Rhythmus unterlegte "Pass Me Not, My Saviour". Dazu tanzen und klatschen nicht nur die Sänger selbst, auch die Zuschauer reißt es aus den Bänken, und da endlich wird der Geist des afro-amerikanischen Gotteslobs spürbar. Am Schluss gibt es stehende Ovationen und Applaus, der angesichts der tapferen, allen Widrigkeiten trotzenden Professionalität des Chors besonders warmherzig ausfällt.