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Grandiose Kulisse, gemischte Gefühle

Grandiose Kulisse, gemischte Gefühle

Der Sänger der legendären Band Jethro Tull, Ian Anderson, und der Gitarrist Ritchie Blackmore (Deep Purple, Rainbow) haben an zwei Abenden hintereinander Konzerte vor der Kulisse des altehrwürdigen Beforter Schlosses gegeben.

Luxemburg. Mit jeweils mehr als 40 Jahren Bühnenpräsenz der beiden Musiker lag die Messlatte bei den Fans sehr hoch. Pünktlich um 21 Uhr am Donnerstagabend betrat der spindeldürre Ian Anderson die Bühne. Mit seiner musikalischen Verbindung von Querflöte und Rock, hatte er über Jahrzehnte mit der Band Jethro Tull seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Schon beim ersten Ton erkennt man diesen ganz speziellen Mix aus Folk und Rock unterlegt mit der markanten Stimme des Sängers. So begrüßten die mehr als 2000 Fans den Altmeister freudig und in hoher Erwartung. War das Spiel der Musiker am Anfang noch ein wenig behäbig, wurde es im Lauf des Abends immer kraftvoller. Wie eine Dampflok, die erstmal Fahrt aufnehmen muss und dann nicht mehr zu stoppen ist, ging es durch das mehr als zweistündige Programm ohne einen Halt oder eine Pause einzulegen.
Die teilweise Neuinterpretation bekannter Stücke wie bei dem grandiosen "Thick as a Brick" war indes nicht jedermanns Sache. Entschädigt wurden dagegen alle bei dem virtuosen Wechselspiel zwischen der Querflöte, des Gesangs und der Gitarre bei dem Klassiker "My God" aus dem legendären Album "Aqualung".

War die Stimmung bei Ian Anderson noch ausgelassen und fröhlich, wurde sie durch die Starallüren von Ritchie Black more einen Abend später beeinträchtigt. So bestand er darauf, dass während des Auftritts keine Getränke und Esswaren verkauft oder konsumiert werden. Auch die aktuelle Musik Ritchie Blackmore\'s traf nicht bei allen 1300 Fans auf uneingeschränkte Gegenliebe. War Ritchie Blackmore früher mal mit seinen Soloriffs als wahrer Gitarrengott des Hard Rock bekannt, spielt er heute mit seiner Band einen an der Renaissance orientierten Musikstil mit akustischen Instrumenten.
So hinterlässt dieser Abend ein zwiespältiges Gefühl bei den Besuchern zwischen Begeisterung und Enttäuschung. red