Gratis-Festival: 20.000 Leute feiern das e-Lake 2019 mit

Gratis-Festival : Superman, Feuerfontänen und Glitzerregen - 20.000 Leute feiern das e-Lake 2019 mit

Erst Schlamm, dann Sonne, dann wieder Regen - wettertechnisch ist das e-Lake-Festival an diesem Wochenende durchwachsen. Doch die fetten Beats, die tanzende Menge und die mega Stimmung machen Lust auf die 25. Ausgabe im nächsten Jahr.

Wer tummelt sich denn da am Samstag zum Fotoshooting mit Festival-Besuchern auf der Wiese? Renaldo Speller, auch bekannt als e-Lake-Superman, ist das. Im Schlepptau hat er Paradiesvogel und Kumpel Ernst Guminski. „Ich bin seit 1991 hier dabei. Das ist die beste Party der Region. Den Ernst nehme ich seit 2014 mit hierher. Wir tanzen beide so gerne“, sagt Renaldo Speller und legt los.

Doch zurück zum Start: Unwetterwarnung am Freitagabend. Während nur einige Kilometer weiter ein Tornado Teile von Luxemburg verwüstet, kommt am Echternacher See nur Regen an. Alles soweit ok. Damit kann das anfänglich erst einige hundert Menschen starke e-Lake-Publikum leben. Orange Regencapes werden verteilt. Schirme werden ausgepackt. Und los geht’s.

Später lässt der Regen nach. Das lockt weitere tausende Menschen auf das Openair-Gelände direkt am Echternacher See. Auf zwei Bühnen dominieren am Freitagabend die Genres Rock, Punk, Hip Hop, Rap und Metal. Während auf der Urban Stage Luxemburger Bands spielen, kommen auf der Main Stage die internationalen Bands zum Zug. Elektro-Beats dominieren den Samstag. Techno, House, Trance - auf beiden Bühnen dröhnen die Bässe und Beats dieses Musik-Genres. Caro Adam aus Trier hat zwölf Freunde überzeugt, beim e-Lake vorbeizuschauen. „ich war schonmal hier. Es ist super, dass es kostenlos ist. Die Stimmung ist immer gut.“

Die Mischung beim e-Lake ist bunt, und das macht den Charme des Festivals aus. Dazu gehört auch, Neues zu entdecken und die alte Playlist zuhause damit mal zu entstauben.

De Läb sind seit vielen Jahren dabei. Die Hip-Hopper gehören quasi zum Inventar des Festivals und sind aus der Luxemburgischen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Mit dabei auch die Trash-Metal-Band Fusion Bomb, deren harte E-Gitarrenklänge über das Festival-Gelände kreischen. Auffällig vor allem die Haarpracht der Bandmitglieder, bei der so manches Mädel neidisch werden könnte.

Richtig gute Stimmung bei Motrip und Bosse auf der Mainstage. Die Fans gehen mit, singen mit, lassen den Schlamm unter den Füßen und die nassen Schauer von oben vergessen. Bei Bosse muss man einfach mitgehen, der deutsche Sänger wirbelt über die Bühne und versprüht seinen Wortwitz.

Klare Abräumer des Abends sind Querbeat. Sie feiern die Freaks dieser Welt und eskalieren nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum. Sie lassen die Tausenden Menschen in die Hocke gehen, damit sie anschließend hochspringen und sich die Seele aus dem Leib tanzen können. Die 13 lauten Jungs machen mit Posaune, Horn, Trompete und vielen weiteren Instrumente eine Riesenparty am See. Höhepunkt ist ganz sicher die Flamingo-Race, bei der sich zwei riesige Gummi-Flamingo-Schwimminseln mit zwei Passagieren darauf ein Rennen durch das Publikum liefern. Der Clou daran: Das Publikum trägt die „Rennfahrer“ – Stagediving für Fortgeschrittene also.

Richtig abgefeiert wird auch am Samstag. Mit Mark Sixma, Waztoo, Cosmic Gate und Ben Nicky haben die Organisatoren ein feines Menu aus Elektro-Sounds serviert. Eine Lasershow in allen Regenbogenfarben schießt Lichtpfeile über das ganze Gelände. Auch die Leinwand hinter den DJs bietet eine geniale Licht- und Farben-Show. Obwohl die DJs hinter ihren riesigen Pults so winzig erscheinen, schaffen sie es, mit dem Publikum zu interagieren.

Andy Braun aus Mayen bei Koblenz ist mit Freunden dabei: „Ich bin heute wegen Cosmic Gate und Ben Nicky hier.“ Was so genial an Elektro-Sounds ist? „Arme auseinander. Augen zu. Und los.“ Er zeigt auf sein Shirt, wo sein Credo steht: „Trance is music with a soul“.

Ben Nicky ist der fette letzte Akt am Samstag. Feuerfontänen flammen in die Höhe. Konfetti-Schlangen wirbeln zu Hunderten durch die Luft, Glitzer-Schnipsel rieseln wie ein Regen auf das Publikum, das ekstatisch tanzt. Warum das so ist? Vielleicht gehen die dröhenden Bässe mitten ins Herz. Und dort werden die Beats eins mit dem Herzschlag. Aber das ist nur eine Theorie.

Der Sonntag ist gut gelaunter Familientag mit Reggae, ein bisschen Punk von Toxkäpp und Folkrock von Scheppe Siwen. 90er Sounds gibt es dann bis zum Ende mit Steve R.I.O.T. b2b Dr.Gonzo.

Und danach? Bleibt allen nur das Abwarten auf die Jubiläumsausgabe im Jahr 2020. Dann wird das e-Lake 25 Jahre alt.