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Großer Komponist - und ein Freund für die Mosel

Großer Komponist - und ein Freund für die Mosel

Die Meldung vom Tode des tschechischen Komponisten Petr Eben hat für die Stadt und die Region Trier eine tiefere Bedeutung als für viele andere Gegenden dieses Landes. Eben war in und um Trier sehr angesehen und hat mit zwei Kompositionen seine Verbundenheit gezeigt. Ein Nachruf.

Trier. (gkl) Das Petr Eben in der vergangenen Woche "nach langer und schwerer Krankheit entschlafen ist", wie sein Sohn Marek es der Öffentlichkeit mitteilte, ist eine Meldung, die das musikalische Leben in der Region Trier einen Moment innehalten lässt. Mit Eben verliert die Welt einen großen Komponisten und die Moselregion dazu auch noch einen Freund. Mit zwei großartigen Kompositionen hat sich der 1929 geborene Böhme ein bleibendes Andenken erworben, hat seinen Namen mit Trier und mit Bernkastel-Kues fest verbunden. 1999, zum 25. Jubiläum der Domorgel, komponierte er das Werk "Campanae gloriosae". Und im Jahre 2001 wurde zum 600. Geburtstag Nikolaus von Kues' seine Kantate "Cusanus-Meditation" uraufgeführt. Anlässlich dieses Festes besuchte Eben auch die Cusanusstadt. In einem TV-Gespräch sagte er damals: "Ich freue mich sehr auf die Stadt, die so eng mit Nikolaus Cusanus verbunden ist." Das Leben hat es mit dem Sohn eines jüdischen Lehrers nicht immer gut gemeint. Zunächst erlebte und überlebte er die Naziherrschaft und das KZ Buchenwald, dann musste der bekennende Katholik mit den Schwierigkeiten des Kommunismus' in seiner tschechischen Heimat fertigwerden. Dank der Förderung aus dem Westen, wo man schon recht früh auf den Komponisten aufmerksam wurde, erlangte sein Name trotzdem eine große Bekanntheit, wurden seine Werke verlegt und Bestandteil vieler Konzertprogramme.Ebens besondere Vorliebe galt der Orgel, wie man auch in Trier oft hören konnte. Schon häufig wurden neben dem Jubiläumswerk sein "Hiob" und seine "Sonntagsmusik" aufgeführt. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Oeuvre Ebens äußerst umfangreich ist und auch zahlreiche Werke der Kammermusik, Messen, Bühnen- und Ballettmusik umfasst. Eben hat es immer geschafft, mit seiner Tonsprache Interpreten wie Zuhörer zu begeistern. Vielleicht war es seine tiefe Religiosität, der Kern seines Schaffens, die seine Werke verständlich machten.