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Gruselstimmung auf dem Kirchberg

Gruselstimmung auf dem Kirchberg

Orgelklänge, Kammermusik, Jazz mit dem Tingvall-Trio und Jane Birkin, Neue Musik - breiter könnte die Stilpalette im Januar-Programm der Philharmonie kaum mehr werden. Das Orchestre Philharmonique hat sogar ein "Grusel-Konzert" parat.

Luxemburg. Wenn die letzten Spätzünder vom Neujahrs-Feuerwerk verhallt sind, hüllt sich die Luxemburger Philharmonie in festlichen Orgelklang.
Jungstar Christian Schmitt besteigt mit den Liszt\'schen Orgelfantasien "Ad nos" und "Weinen, Klagen" gleich zwei Schlachtrösser der Orgelliteratur. Bei Joseph Jongens "Symphonie Concertante" setzt sich zudem die Deutsche Radio Philharmonie unter Martin Haselböck klangfüllig in Szene (9. Januar).
Und damit der sinfonische Ernst nicht überhand nimmt, weht wenige Tages später (12. Januar) mit den Berlin Comedian Harmonists und dem Evergreen "Veronika, der Lenz ist da" ein Hauch von Frühlingsahnung durchs Grand Auditorium.
Auch in den übrigen Januar-Veranstaltungen auf dem Kirchberg ist von Winterblues nichts zu spüren. Geiger Renaud Capucon, bislang vor allem als Solist beliebt, kommt mit seinem Quartett und Kompositionen von Rihm, Schumann, Schubert und Debussy (10. Januar).
Filmkomponist Günter A. Buchwald präsentiert neu geschriebene Musik zu alten Stummfilmen von Ernst Lubitsch (13. Januar). Die Weltmusik-Sängerin Dobet Gnahoré verbindet mit ihrer Pop- und Traditionsmusik aus der Elfenbeinküste zu einem brisanten Mix (27. Januar), und schon tags zuvor (26. Januar) tritt Jane Birkin mit Songs von Serge Gainsbourg im Großen Saal aufs Podium - der Monats-Flyer der Philharmonie stellt Gainsbourg werbewirksam als einen "der provokantesten Franzosen aller Zeiten" vor.
Zeitgleich mit Jane Birkin (ebenfalls 26. Januar) jazzt im Kammermusiksaal das für die Schönheit seiner Melodik gerühmte schwedisch-kubanisch-deutsche Tingvall-Trio mit dem Pianisten Martin Tingvall.
Und das Ensemble United Instruments of Lucilin, das zuletzt bei den rainy days brillierte, erscheint in großer Besetzung mit Kompositionen von Aperghis, Eötvös, Reuter und Xenakis im Espace devouverte (20. Januar).
Da mutiert die traditionelle Klassik fast schon zur Nebensache. Immerhin, die Solistes Européens unter Christoph König sind mit Werken von Fauré, Saint-Saens, Honegger und einer Überraschungskomposition dabei (16. Januar).
Zum Monatsende spielt András Schiff mit seiner Capella Andrea Barca zwei Klavierkonzerte, beide in Es-Dur, von Mozart und Beethoven und dirigiert außerdem Schuberts "Zweite" (30. Januar).
Gruselig darf\'s auch mal im dunklen Januar werden. Das Orchestre Philharmonique liefert Musik zum Zähneklappern von Berlioz, Arnold, Saint-Saens und Mussorgsky und dazu auf Deutsch (!) für alle jüngeren Besucher einen (Gänsehaut-)Kommentar (21. Januar, 17 Uhr). mö

Konzertbeginn, wenn nicht anders angegeben, ist um 17 Uhr. Karten gibt es unter der Telefonnummer 00352/26322632
oder im Internet unter
www.philharmonie.lu