| 17:09 Uhr

Kultur
Sommer auf der Bühne

Erzeugen wohliges Jazz-Feeling: Erhard Wollmann, Fred Noll,  Frontmann Steff Becker, Thomas Desch und Rainer Wollmann (von links).
Erzeugen wohliges Jazz-Feeling: Erhard Wollmann, Fred Noll,  Frontmann Steff Becker, Thomas Desch und Rainer Wollmann (von links). FOTO: Michael Thielen / TV
Trier. Gute Laune und feine Musik beim Konzert der Blues and Jazz Company in der Trierer Tufa

Der Sommer kündigt sich an mit den ersten warmen Sonnenstrahlen. Viele Leute zieht es ins Freie. Trotz des schönen Wetters haben sich aber rund 80 Zuhörer im großen Saal der Tufa zum ersten Konzert von Steff Beckers Blues And Jazz Company in diesem Jahr eingefunden. Und die gut aufgelegte Band, 2015 aus Anlass eines Benefizkonzerts gegründet, hat etliche Pop-, Funk- und Jazznummern im Programm, die den Zuhörern einen überaus genussvollen Abend verschaffen. Und das nicht nur mit Titeln wie George Gershwins „Summertime“ aus dem Musical Porgy and Bess oder „Summer In The City“, einem oft gecoverten Hit von John Sebastian aus den 1960er Jahren, den die Band überraschend verjazzt. Die mitreißende Spielfreude und das Können der fünf Musiker begeistern die Zuhörer ganz besonders. Hoch konzentriert sitzt Rainer Wollmann auf einem Hocker, das rechte Bein angewinkelt, mit dem anderen wippt er im Takt auf dem Boden und zaubert aus seiner Gitarre wohlklingende Soli. Manchmal schmunzelt er vor sich hin und nickt im Takt. Erhard Wollmann scheint mit seinem Kontrabass verschmolzen. Locker über sein Instrument gebeugt, spielt er muntere Bassläufe, zupft perkussiv die Saiten, schmunzelt und schließt schon mal die Augen, wenn er den Bass gefühlvoll mit dem Bogen streicht bei Nummern wie „Waltzing Mathilda“ oder „Take My Breath Away“.

Der versierte Multiinstrumentalist Fred Noll kontrolliert den Rhythmus der Band und legt das Fundament, auf dem die anderen Bandmitglieder sich sicher bewegen können. Schlagzeuger agieren oft im Hintergrund, Noll ist allerdings unüberhörbar und unübersehbar. Bei seinen Soli drehen sich seine Mitmusiker zu ihm hin und lauschen aufmerksam. Auch das Publikum ist begeistert.

Ruhig steht Thomas Desch auf der Bühne. Er gibt vielen Nummern mit dem Saxofon den typisch jazzigen Sound, so dem Billy-Joel-Titel „Baby Grand“. Da genießt das Publikum Deschs gefühlvolle Improvisationen auf dem Instrument mit dem angenehm warmen Klang.

Und da ist natürlich Steff Becker. Als Frontmann prägt er die bluesig-jazzige Stimmung, die er mit seiner Band kreiert. Mit seiner leicht rauchigen Stimme gibt er den Coverversionen, wie Gregory Porters „Hey, Laura“, seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil. Immer wieder imposant Beckers beachtlicher Stimmumfang und seine Bühnenpräsenz. Dazu ist er spontan und locker, geht während der Soli seiner Bandmitglieder schon mal ins Publikum und begrüßt Gäste und Freunde. Er singt im Duett mit dem Saxofon, flüstert, schreit, singt zart oder heiser, lächelt, schließt die Augen. Er freut sich über seine Mitspieler, hört ihnen mit geschlossenen Augen zu. „Macht das Spaß mit euch“, sagt er. Da passt die Zugabe eines Songs von James Brown perfekt: „I Feel Good“.