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Gute Zeiten für junge Filmemacher

 Szene aus dem Film „Der späte Vogel“: Die 71-jährige Thea (Heide Simon) trifft einen abgestürzten Astronauten (Manfred Böll) und tauscht die Kleinstadt-idylle gegen die Weiten des Weltraums. Foto: privat
Szene aus dem Film „Der späte Vogel“: Die 71-jährige Thea (Heide Simon) trifft einen abgestürzten Astronauten (Manfred Böll) und tauscht die Kleinstadt-idylle gegen die Weiten des Weltraums. Foto: privat
Trier/Saarbrücken. Der Trierer Simon Riedl studiert seit dreieinhalb Jahren an der Filmakademie in Ludwigsburg und dreht dort eigene Filme. Sein aktuelles Projekt ist der Film "Der späte Vogel", in dem die 71-jährige Thea mit einem abgestürtzten Astronauten die unendlichen Weiten des Weltalls entdeckt. In dieser Woche ist der Film auf dem Saarbrücker Max-Ophüls-Filmfestival zu sehen. Anna-Sophie Schindler

Trier/Saarbrücken. Für Simon Riedl ist es ein besonderer Ansporn, dass das Max-Ophüls-Festival so nah an seiner Heimat Trier über die Bühne geht. Die Wochen vor dem Festival waren die anstrengendsten für den Studenten und sein Team. "Egal, wie sorgfältig man arbeitet, es fällt einem immer noch ein Fehler auf", sagt Riedl, der sich neben der Fertigstellung des Kurzfilmes auch um Plakate und DVDs kümmern musste.
Doch am Ende war doch alles pünktlich fertig und sein Film "Der späte Vogel" hat in dieser Woche auf dem Saarbrücker Filmfestival Premiere gefeiert. Der 20-Minüter läuft in der Kategorie Kurzfilme in der Reihe "Verstörte Welten". Der Preis für den besten Kurzfilm ist mit 5000 Euro dotiert.
Eingereicht hat Riedl den Film schon im November - allerdings in einer Rohversion. "Da waren die Bildeffekte noch nicht fertig. An den entsprechenden Stellen haben wir grobe Entwürfe eingefügt", sagt der 31-Jährige. Als endlich die E-Mail kam, dass sein Film für das Max-Ophüls-Festival genommen wurde, war Riedl stolz.
Das Saarbrücker Filmfest steht für die Förderung neuer Talente aus dem deutschsprachigen Raum. Ein Preis ermögliche vielen Kurzfilm-Machern ihren ersten Langfilm, so die Festivalveranstalter.
In den vergangenen Jahren hat Riedl mit seinen Filmen schon an mehreren Filmfestivals teilgenommen. Seine Dokumentation "Finistere" war in Leipzig und in Palm Springs, USA, zu sehen. Beim Wettbewerb um den Max-Ophüls-Preis macht Riedl zum ersten Mal mit.
Für den Filmstudenten ist die Teilnahme in Saarbrücken bereits ein großer Erfolg. "Aber einen Preis zu gewinnen wäre natürlich das Allerbeste", sagt Riedl. Der 31-Jährige trifft sich auf dem Festival mit Redakteuren vom Bayerischen und vom Südwestrundfunk. "Das bietet mir die Möglichkeit, über meine nächsten Projekte zu sprechen, die dann vielleicht im Fernsehen laufen könnten."
Riedl studiert derzeit im siebten Semester an der Filmakademie Ludwigsburg. Aktuell arbeitet er an dem Konzept für seine Abschlussarbeit - einem Einführungsfilm für eine Fernsehserie mit dem Thema Trennungen. Im Spätsommer sollen die Dreharbeiten beginnen.
Für Nachwuchsfilmemacher schätzt Riedl die Situation momentan gut ein. Vor allem das Internet habe die Filmwelt verändert, sagt Riedl. Neu sind Systeme wie Payperview, bei denen der Nutzer für jedes Anschauen zahlen muss, und Streamings, bei denen der Zuschauer das Fernsehprogramm im Internet mitverfolgen kann. "Die Fernsehmacher sind fast schon ein bisschen verzweifelt auf der Suche nach jungen Leuten mit neuen Ideen, die den neuen Sehgewohnheiten der Zuschauer entsprechen." Trotz dieser Zuversicht weiß Riedl, dass ein Filmstudium nicht zwingend für ein komplett abgesichertes Leben sorgt. Riedl kann deshalb nicht ausschließen, dass er irgendwann mal etwas anders als Filme machen wird.
Der Film läuft am Samstag, 25. Januar, um 19.30 Uhr im Filmhaus (Mainzer Straße 8) und am Sonntag, 26. Januar, um 17.15 Uhr im Cinestar (St. Johanner Straße 61).

 Simon Riedl. Foto: privat
Simon Riedl. Foto: privat