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Händel auf der Orgel

Händel auf der Orgel

Mit viel Furore gestaltete Thomas Heywood schon vor zwei Jahren Konzerte in der Region. Nun kam er zurück, um in Himmerod dem Komponisten Georg Friedrich Händel die Honneurs zu machen.

Großlittgen. (gkl) Wer erst kurz vor Beginn des Konzertes in die Abteikirche Himmerod kam, musste mit einem Klappstuhl vorlieb nehmen, wenn er sitzen wollte. Die Bänke waren alle voll. Reichlich wurde von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, um dem australischen Organisten Thomas Heywood zu erleben. Auf dem Programm standen bis auf eine Ausnahme ausschließlich Werke von Händel, dem großen Meister, dessen 250. Todestag die Musikwelt in diesem Jahr gedenkt. Die Ausnahme bildete das Grand Choer in D-Dur à la Händel aus dem Opus 18 von Alexandre Guilmant.

Allerdings stammten alle übrigen Werke, so wie sie in Himmerod erklangen, aus der bearbeitenden Feder anderer Musiker, die Händels Orchesterwerke für die Orgel spielbar machten.

Heywood ist ein exzellenter Organist, dem keinerlei technische Hürde zu hoch scheint und dessen musikalisches Gespür sehr ausgeprägt ist. Welche Vorliebe er für Bearbeitungen hat, bezeugt eine seiner CD-Aufnahmen, die er mit der Frage "Wer braucht ein Orchester?" überschrieben hat. Hier könnte man antworten: Händel, denn im Green Park stand ihm für seine Feuerwerksmusik keine Orgel zur Verfügung.

Ebenso sollte man davon ausgehen, dass der Komponist sich etwas dabei gedacht hat, wenn er seine Orgelkonzerte für Orgel und Orchester geschrieben hat. Es ist beeindruckend, wenn Heywood sich aufschwingt, klanglich alles das umzusetzen, was sonst ein großer Orchesterapparat zuwege bringt. Da ist ihm so schnell niemand gewachsen. Es hätte ihm und dem Konzert aber auch gut getan, wenigstens eins der ohnehin wenigen originalen Orgelkompositionen Händels im Programm aufzunehmen. Dem Publikum hat es gefallen, wie es am Ende, nach der Feuerwerksmusik, lautstark bekundete.