Haribo macht Trier froh

Haribo macht Trier froh

TRIER. Reizvoller und gewollter Kontrast: Die römischen Thermen am Viehmarkt bilden die Kulisse für die Ausstellung "Haribo. Mit den Goldbären zur Kultmarke". Die vom Trierischen Volksfreund präsentierte und am Sonntag eröffnete Sonderschau für die ganze Familie soll bis zum 7. Mai rund 40 000 Besucher anziehen.

Das hätte leicht zu Verdruss führen können. Ursprünglich plante die Landeseinrichtung Burgen, Schlösser, Altertümer (BSA) zunächst lediglich eine Eröffnungsveranstaltung für geladene Gäste, disponierte aber klugerweise kurzfristig um. So kamen gestern nach dem offiziellen Teil auch Normalbürger in den Genuss einer außergewöhnlichen Schau und mussten sich nicht länger die Nasen platt drücken an den Scheiben der so genannten "Ungers-Vitrine". "Wenn uns Trierern vor 15 Jahren jemand gesagt hätte, an diesem Ort würde einmal eine Haribo-Ausstellung stattfinden - ich glaube, wir hätten ihn für verrückt erklärt", sagte OB Helmut Schröer in Anspielung auf die höchst umstrittenen Anfänge des von Star-Architekt Oswald M. Ungers konzipierten gläsernen Schutzbaus über den bis zu 1900 Jahre alten Römergemäuern am Viehmarkt. Ganz und gar nicht umstritten hingegen das Konzept, mit dem das Land als Eigentümer neue Besuchergruppen in den unterirdischen Archäologie-Park locken will. "Diese Ausstellung an diesem Präsentationsort verknüpft das Alte mit dem Neuen, indem sie den Goldbären in die Antike versetzt. Geschichte erhält so den immer wieder geforderten Aktualitätsbezug", betonte der Mainzer Kultur-Staatssekretär Roland Härtel. Sonderaktionen als Appetitanreger für breites Interesse an Historie - dass so etwas funktioniert, hat die Haribo-Ausstellung bereits bewiesen: Im Koblenzer Landesmuseum, wo die Schau konzipiert und 2005 erstmals gezeigt wurde, zog sie binnen eines halben Jahres mehr als 120 000 Besucher an. In den Viehmarkt-Thermen als zweiter Station soll die Besuchermarke der viermonatigen Lego-Ausstellung vor drei Jahren (34 000) deutlich übertroffen werden. BSA-Chef Thomas Metz hofft auf 40 000 Besucher bis zum 7. Mai. Dem Publikum bietet sich weitaus mehr als Naschwerk. Markenzeichen Goldbär & Co. machen auch ein Stück rheinischer Firmen- und deutscher Wirtschaftsgeschichte seit 1922 erlebbar. Zu sehen sind mehr als 500 Exponate, darunter eine Aromen-Riechstation, eine Beutelabpackmaschine und historisches Werbematerial. Ebenfalls Ausstellungs-Bestandteil: Von Trierer und Bielefelder FH-Studierenden aus Haribo-Verpackungen gefertigte Kostüme, die im vergangenen Jahr bei der internationalen Süßwaren-Messe in Köln für Furore sorgten. Der von manchen Ausstellungsgästen insgeheim erwartete Haribo-Werbeträger Thomas Gottschalk war gestern nicht mit von der Partie; "Aber wir arbeiten daran, ihn zur Ausstellung nach Trier zu holen", erklärte Ronald Frank, Chef des BSA-vor-Ort-Partners Medienfabrik Trier. Dafür gab sich aber gestern Herr Haribo höchstselbst die Ehre: Dr. Hans Riegel aus Bonn, 82-jähriger ältester Spross des gleichnamigen Firmengründers und heute Inhaber eines 6100-Mitarbeiter-Imperiums mit 18 Produktionsstandorten, stattete der Ausstellungseröffnung einen selbst für die Veranstalter überraschenden Besuch ab und sparte nicht mit Lob: "Es ist sehr schön geworden." In den Jubelchor stimmten -ganz nach der Firmendevise - Kinder und Erwachsene mit ein. OB Schröer befand gar: "Diese Ausstellung ist ein Geschenk für Trier." Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Mai täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Sie bietet ein umfangreiches museumspädagogisches Begleitprogramm (Informationen: www.museumsaktionde und Telefon 0651/99375831). Weitere Infos: www.haribo-trier.de

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