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Haribo macht Trierer froh

Haribo macht Trierer froh

TRIER. (DiL) Nicht erst seit Thomas Gottschalk gelten die im Volksmund "Gummibärchen" genannten Süßwaren aus der Bonner Fruchtgummi-Schmiede als Kult-Objekt. Ab dem 12. Februar zeigt eine bärenstarke Ausstellung in den Thermen am Viehmarkt die Geschichte der Gourmet-Gelatine.

Sagenhafte 120 000 Besucher hatte die entsprechende Exposition im letzten Sommer in Koblenz angelockt - Grund genug für das dortige Landesmuseum, das populäre Erfolgs-Produkt nach Trier zu exportieren. So werden nun Aromen-Riechstationen, historische Werbeplakate, ausgemusterte Produktionseinheiten nebst allerlei Warenpröbchen die Thermen am Viehmarkt bevölkern - und nebenbei dem bösartigen alten Spruch, der Architekt Ungers habe mit seinem teuren Glasbau der Stadt einen Bärendienst erwiesen, doch noch einen letzten Hauch von Wahrheit verleihen. Veranstalter ist die Landeseinrichtung Burgen, Schlösser, Altertümer, deren Chef Thomas Metz die Trierer immer wieder mit neuen Initiativen zu konfrontieren pflegt, statt sich auf die faule Bärenhaut zu legen. Dass er, wie in Koblenz, Thomas Gottschalk höchstselbst für die Eröffnung gewinnen kann, scheint freilich zweifelhaft - aber noch ist das Fell des Bären nicht verteilt. Die Ausstellungsmacher setzen in erster Linie auf Familien als Zielpublikum, kein Wunder angesichts des Bärenhungers, der vor allem Kinder beim Anblick der roten, grünen, gelben, orangen oder weißen Leckereien befällt. Warum es keine blauen Goldbären gibt, erklärt die Ausstellung übrigens auch. Ein "spannendes Stück deutsche Wirtschafts- und Kulturgeschichte" versprechen die Organisatoren. Das dürfte auch bärbeißige Fundamentalisten besänftigen, die eine Schleichwerbeveranstaltung an antiker Stätte befürchten. "Haribo. Mit dem Goldbären zur Kultmarke", 12. Februar bis 7. Mai, Thermen am Viehmarkt.