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Harte Beats für die breite Masse

Harte Beats für die breite Masse

Die kommenden zwei Wochenenden stehen ganz unter dem Zeichen des Techno: Am Samstag, 24. Juli, startet die Loveparade in Duisburg, das Wochenende darauf verwandelt sich die Raketenbasis Pydna im Hunsrück wieder zum Mekka der Raver.

Kastellaun/Duisburg. Elektronische Musik boomt - die Szene rund um das umgangssprachlich als "Techno" betitelte Spiel zwischen künstlichen Bässen und Melodien ist längst keine mehr: Internationale DJ-Größen haben sich schleichend in den tiefsten Strukturen der Popmusik verankert, landen durch Kooperationen mit bekannten Sängern und Sängerinnen immer wieder Top-Platzierungen in den Charts. Sie werden im Musikfernsehen gezeigt und haben ein enorm breites Publikum.

Kein Wunder, dass sich selbst Teenies nach den großen Veranstaltungen des Genres sehnen, wenn in der Bravo-Generation DJ David Guetta zusammen mit Sänger Akon Nummer-eins-Hits ("Sexy Bitch") landet oder Tiësto mit Nelly Furtado Ohrwürmer wie "Who wants to be alone" produziert.

Techno - eigentlich eine spezielle Stilrichtung der elektronischen Musik, aber gerne als Begriff für das Ganze gebraucht - war Anfang des neuen Jahrtausends totgeglaubt. Die größte Tanzveranstaltung weltweit, die Loveparade, verlor nach Rekordjahren massig an Zuspruch, wurde dann sogar ganz abgesagt. Die Medienpräsenz dieser Veranstaltungen nahm rapide ab. Mit dem echten Techno der 80er und 90er Jahren war offensichtlich nicht mehr viel zu reißen.

Seitdem ist jedoch viel passiert. Loveparade, Nature One, Mayday - die Veranstaltungen rund um Beats und Bässe verzeichnen wieder neue Besucherrekorde. Trotz immer noch zurückhaltender Berichterstattung in Fernsehen, Radio und Zeitung. Die Loveparade ist eben nicht mehr nur ein Event für reine Technofans, sondern auch etwas für die breite Masse der Otto-Normal-Musikhörer - den Künstlern und Plattenfirmen sei Dank.

Die kommenden beiden Wochenenden werden diese These vermutlich bestätigen: Am nächsten Samstag startet nach einem erneuten Jahr Pause nämlich die Loveparade in Duisburg. Seit ihrem Debüt 1989 (zuerst in Berlin, seit 2007 in wechselnden Städten im Ruhrgebiet) kamen etwa zwölf Millionen Besucher zu den Paraden, bei denen die bekanntesten DJs des Planeten auf großen LKW durch die Straßen ziehen und ihre - ausschließlich elektronische - Musik über riesige mobile Lautsprecheranlagen auf die Menge loslassen. Der Rekord von 1,6 Millionen Teilnehmern an diesem kostenlosen Event wurde übrigens 2008 erreicht.

Seit Jahren immer neue Höchststände bei den Gästezahlen verzeichnet auch Europas größtes Festival für elektronische Musik im nahegelegenen Hunsrück: Bei der "Nature One" in Kastellaun (bei Simmern, Rhein-Hunsrück-Kreis) wird zwei Nächte lang getanzt: Über 60 000 Fans werden erwartet und mehr als 300 DJs. Die Nature One startet am Freitag, 30. Juli, und endet am Sonntag, 1. August (siehe Extra).

"Elektronische Musik lebt", hat Nik Schär, Veranstalter der Nature One, vergangenes Jahr gesagt - er hat wohl recht.

Extra

Nature One: Das größte Elektro-Musik-Festival Europas, die Nature One, geht auf der ehemaligen US-Atomraketenbasis "Pydna" bei Kastellaun über die Bühne. Zwei Nächte lang werden die Bässe dort vorherrschen: Von Freitag, 30., auf Samstag, 31. Juli, sowie in der Nacht auf den 1. August. Unter den 300 DJs, die auf vier großen Bühnen und 19 kleinen Clubfloors auflegen, sind zum Beispiel Paul van Dyk, Lützenkirchen, ATB, Armin van Buuren, Ferry Corsten, Westbam, Carl Cox, Chris Liebing, Sven Wittekind, Tom Novy und The Disco Boys. Tickets (Tages- und Festivalkarten) gibt es im Internet unter www.natureone.deAchtung Kontrollen: Die Polizei kündigt umfangreiche Verkehrskontrollen während der An- und Abreisezeiten an. (sve)