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Heimat, irgendwo

Vor dem Heimspiel: Jupiter Jones kehrt nach Trier zurück (links: Sänger Nicholas Müller). Foto: privat
Vor dem Heimspiel: Jupiter Jones kehrt nach Trier zurück (links: Sänger Nicholas Müller). Foto: privat
Indie-Rock, ein angesagter Songwriter und etwas Punkrock: Das "JupitAir-Singfest" mit Jupiter Jones, Gisbert zu Knyphausen und Mikroboy dürfte ein Höhepunkt der Sommerbühnen-Saison des Exhauses werden. Von unserem Redakteur Andreas Feichtner

Trier/Köln. Der "Schlaraffentag" kann auch mal länger dauern: Es ist fast zwei Uhr nachts, vor dem "Stadtgarten" in Köln. Gisbert zu Knyphausen, die Zugnummer des kleinen, feinen Songwriter-Fests, hat gerade erst die Akustikgitarre in den Koffer gepackt. Nach fast zwei Stunden und vielen Gänsehaut-Momenten.

Vor dem Backstage-Raum des Clubs sitzt Nicholas Müller, bekannt als Sänger und Gitarrist von Jupiter Jones. Er war diesmal ohne die Bandkollegen im Einsatz, unter dem Namen Chinaski Jugend. Nur Akustikgitarre, Stimme und ab un zu Unterstützung von Sängerin Roda.

Die Rollen ändern sich. Beim "Schlaraffentag" spielte Nicki Müller vor dem derzeit kräftig gefeierten Gisbert zu Knyp hausen. Beim JupitAir Singfest am 7. August auf der Exhaus-Sommerbühne wird es umgekehrt sein. Dann ist Jupiter Jones die Hauptband, Gisbert der Support. Davor spielen Polar Bear Club, Mikroboy - inzwischen auch Stammgäste in Trier - und die Eifeler Band Motorcoil. "Einmal im Jahr in Trier zu spielen - das ist uns wichtig", sagt Müller. "Wir haben einfach viele Fans hier." JJ hat inzwischen im ganzen Land viele Freunde, nicht erst seit dem letzten Album "Holiday in Catatonia".

Aber in Trier, Köln und dazwischen fühlt es sich noch stärker nach Heimspiel an. "Wenn etwas Besonderes ansteht, kommen wir nach Trier", sagt Müller. Das soll auch für das "Singfest" gelten. Im vergangenen Jahr hat die Band vor rund 2000 Zuschauern Open Air auf dem Viehmarkt gespielt. Für die ebenfalls traditionellen Jahresabschlusskonzerte ist der große Exhaus-Keller inzwischen zu klein. Selbst das Kölner "Gloria", mit 1000 Plätzen etwa doppelt so groß, reicht fast nicht mehr. Die Band stammt - mit Ausnahme von Bassist Andreas Becker - aus der Nähe von Prüm. Trier war auch mal Wahlheimat für Müller. Inzwischen wohnt er in Münster. "Das hat etwas Ähnlichkeit mit Trier", sagt er. Trier sei seine "Nummer zwei, nach Münster".

Was Heimat ist? Und wo? Keine leichten Fragen. Zumal sich die Band längst nicht mehr zum spontanen Jammen im Probenraum treffen kann. Gitarrist Sascha Eigner hat ein kleines Plattenlabel in Hamburg, Bassist "Becks" wohnt in Marburg, Schlagzeuger Marco Hontheim noch in der Eifel, in Uppershausen bei Arzfeld. Jupiter Jones verbinden viele mit deutschsprachigem Punkrock, mit rotzigem Gesang. Das stimmt nur teilweise. Popmelodien gehörten immer dazu, auch klassisches Songwriting wie etwa im Stück "Jupp", einem Favoriten der Fans - der dürfte auch auf der Sommerbühne zu hören sein.

JupitAir Singfest, Samstag, 7. August, auf der Exhaus-Sommerbühne Open Air mit Jupiter Jones, Gisbert zu Knyphausen, Polar Bear Club, Mikroboy, Motorcoil. Beginn: 16 Uhr.

Karten gibt es in den TV-Servicecentern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Ticket-Hotline 0651/7199-996 und unter www.volksfreund.de/tickets