Hexen, Heilkunst, Hirngespinste

Köln · Mit der Eifel hat es Kriminaloberkommissar Jan Welscher nicht so. Obwohl es seine alte Heimat ist.

Er hat sich in Köln gerade gut eingelebt, als seine Versetzung zur Kripo nach Euskirchen ansteht. Seinen Frust bekommen die Kollegen zu spüren, die seine zynischen Bemerkungen zur Eifel und zum Eifeler an sich nicht immer lustig finden.
Und der neue Fall ist auch nicht nach seinem Geschmack. Eine ältere Dame - Berufsbezeichnung: Heilerin - ist in ihrer Wohnung in Kronenburg erstochen worden. Die Recherchen im Umfeld der Toten sind für Welscher eine Heraus forderung. In seinen Augen ist dieses spirituelle Gequatsche alles Mumpitz: "Eifel, Gott bewahre. (...) Rotnasige Bauernburschen, die voll gesoffen auf Dorffesten Mädchen mit zu dicken Beinen hinterher torkelten. (...) Mütter, die ihre Kinder lieber zu einer Heilerin schleppten, als ein ordentliches Krankenhaus aufzusuchen."
Zum Glück hat er seinen Kollegen Hotte Fischbach an seiner Seite. Ein kerniger Ureinwohner, der dafür sorgt, dass Welscher auf dem Teppich bleibt und die Eifel auch mal aus einem anderen Blickwinkel neu entdeckt.
Im neuen Krimi "Eifelheiler" von Rudolf Jagusch dreht sich alles um Heiler, Hellseher und Hexen. Eine Steilvorlage für das ungleiche Ermittlerduo Jan Welscher und Hotte Fischbach, Großstadtpflanze neben Dorfcowboy. Beide haben irgendwie einen Knall und sind dennoch ein gutes Team - so wie Laurel und Hardy oder Tom und Jerry.
Der Autor muss nur aufpassen, dass er es mit seinen Kleinstadtpolizisten nicht zu bunt treibt. Dass sich der homosexuelle Welscher noch in eine Frau verlieben muss, hat dieser Roman gar nicht nötig. sn
Rudolf Jagusch: Eifelheiler, Emons-Verlag , 300 Seiten, 10,90 Euro.

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