Highway to Kell und Rock A Park: Wird Kell zur neuen Rock-Hochburg der Region?

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Im Hochwaldort können Musikfans 2020 gleich zweimal abfeiern: Innerhalb weniger Wochen wird es zunächst ein neues Festival und dann die Wiederauflage eines Klassikers geben. Volksfreund.de hat mit den Veranstaltern gesprochen und erklärt, was dahintersteckt.

Der Hochwald, ein ruhiges Fleckchen Erde? Weit gefehlt. Zumindest, wenn man sich im Juni und Juli des kommenden Jahres in Kell am See aufhält. Denn dann wird es in dem Luftkurort laut. Wo man Rockkonzerte in den vergangenen Jahren vergeblich suchte, soll es gleich zwei Festivals geben. Ein komplett neues – und eines, das den Rockfans der Region gut bekannt sein dürfte.

Rock a Park: Ein neuer Verein hat sich in Kell am See formiert. Und sein Name sagt schon einiges über den Sinn der Gemeinschaft aus: Keller Rockwerk. „Wir haben den Verein gegründet, damit unsere Veranstaltungen in einem geregelten Rahmen stattfinden“, sagt Timo Jungblut, Mit-Gründer. Bevor sie weitere Pläne verrate, konzentriere sich die Gruppe aber zunächst aufs erste Festival: „Rock a Park“ geht am 13. Juni über die Bühne.

Die Idee dazu hatten im vergangenen Jahr sieben Festivalbegeisterte, die in Kell am See ein Rockkonzert auf die Beine stellen wollten. Als Veranstaltungsort hat sich das Rockwerk den Dorfpark „Dumpert“ hinter dem Seniorenheim ausgesucht. Dieser ist nach Angaben des Veranstalters „prädestiniert für solche Veranstaltungen“. Das Festival habe keinen kommerziellen Hintergrund. Der Gewinn aus dem vom gemeinnützigen Verein organisierten Dumpert-Rock soll in „Kinder- und Jugendprojekte in Kell“ fließen und für künftige Vereinsprojekte verwendet werden. Für die Zukunft ist einiges geplant: „Es soll nicht nur bei Rock a Park bleiben“, so Timo Jungblut, der Teil eines fünfköpfigen Orga-Teams ist.

Was die Hauptbands angeht, halten sich die Veranstalter bedeckt. Zwar stünden die Akteure fest, man befinde sich noch in letzten Gesprächen und könne deswegen (fast) nichts bekanntgeben. Zumindest der Support, die Bands Downhill From Here (Hermeskeil) und The Feelgood McLouds (Saarland), sind veröffentlicht. Geplant sind außerdem ein weiterer überregionaler Support und ein internationaler Headliner.

Das komplette Line-up werde in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Wie das Rockwerk dem TV exklusiv mitteilt, startet der Ticketverkauf im Dezember. „Da liegt sicherlich das ein oder andere Ticket unterm Weihnachtsbaum“, sagt Orga-Team-Mitglied Timo Jungblut.

Wie teuer die Karten werden, hängt wohl auch von der Finanzierung ab. „Der Preis der Tickets kann noch nicht genau beziffert werden“, so Jungblut, „Allerdings sind wir auf der Suche nach Sponsoren und Spendern auf eine große Resonanz und Großzügigkeit gestoßen“. Dementsprechend stehe das Event auf sicheren Beinen, die Tickets könnten „zu fairen Preisen“ verkauft werden. Neuigkeiten zu der Veranstaltung gibt das Rockwerk in den Internet-Netzwerken Facebook und Instagram bekannt.

Highway To Kell: In Sachen Ticketpreis ist man einige Hundert Meter Richtung Dorfende schon weiter: 18 Euro im Vorverkauf, 22 an der Abendkasse. Dafür gibt es am 18. Juli die Renaissance eines regionalen Rock-Klassikers: dem Festival Highway To Kell.

War der Konzert-Abend zehn Jahre lang fester Bestandteil der Terminkalender der Rock-Liebhaber in der Region Trier, war 2013 erst einmal Schluss: „Es waren damals einfach nicht die Leute da, die das Festival weitergeführt hätten“, sagt Macher Markus Hau heute. Er ist von der ersten Stunde mit dabei und konnte sich auch in den abstinenten Jahren nicht vor Anfragen zu dem Festival retten. „Sobald ein Bier im Spiel war“, sagt er dem TV, „wurde gefragt, wann wir wieder einen Highway machen.“

Im Februar habe er den Entschluss gefasst, es noch einmal zu probieren. Zunächst wollte er den Termin 2023 – dann also mit zehn Jahren Pause seit dem letzten Festival – ins Auge fassen. Aber Pustekuchen, dachte sich der Sportverein, der Veranstalter ist: „Nein, dann machen wir es 2020 zum 100-Jährigen des Sportvereins.“ Gesagt, getan. Hau packte das Protokoll einer damaligen Sitzung aus, setzte sich mit 18 Mitgliedern des Sportvereins zusammen – dabei kam ein fünfköpfiges, federführendes Orga-Team heraus. „Das Team ist teilweise so jung, dass die den Highway als Besucher noch nicht mal so wirklich kennen.“

Gut, dass wohl niemand das Festival so gut kennt wie Markus Hau. Denn aus den Vorjahren weiß er, was ankommt – und bucht es. Deswegen dürfen Feuerengel, die Rammstein-Tribute-Band, zum dritten Mal in Kell am See auftreten. Als Support ziehen der Keller die einzige System-Of-A-Down-Coverband Deutschlands, System Of A Stu, in den Hochwald. Dazu kommt ein lokaler Support, der bis Februar Zeit hat, sich zu bewerben, um zu beweisen, dass sie bereit sind, auf dem Highway zu fahren.

Auch wenn also einiges gleich ist, wird es eine komplett andere Veranstaltung. Denn gefeiert wird nicht wie vorher in der Halle – die mit 800 Zuschauern an ihre Grenzen stößt – sondern auf der Open-Air-Wiese am Sportplatz. Mit mehr Platz: „Wir hoffen auf 2000 Leute“, sagt Hau.

Am ersten Wochenende des Ticket-Verkaufes haben er und sein Team bereits mehr als 150 bis 200 Tickets verkauft. Auch die Bühne hat eine andere Größenordnung: 20 Meter breit, zwölf Meter hoch und zehn Meter breit. Am Vorabend wird es eine „Warm-up-Party“ geben, die „das ganze Dorf ansprechen soll, auch wenn man nicht auf harte Musik steht“.

Tickets für das Festival gibt es hier.

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