Hinreißende Mischung aus Musikalität und Schönheit

Hinreißende Mischung aus Musikalität und Schönheit

Mit Schönheit, Talent und Temperament hat das Ahn Trio in Trier sein Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Die Künstlerinnen spielten im Rahmen des Mosel Musikfestivals im Kurfürstlichen Palais.

Trier. Wo das Ahn Trio auftritt wird jeder Mann zum Musikliebhaber, und die Damen schließen auf zu strahlender Frauenpower. Mit Charme, Schönheit und musikalischem Können begeisterten die drei Schwestern aus New York am Sonntag im Barocksaal des Kurfürstlichen Palais einmal mehr ihr Publikum. Als aufregende Mischung aus Energie und Zartgefühl saßen Angela (Violine) und die Zwillingsschwestern Lucia (Klavier) und Maria (Cello) Ahn oben auf der Bühne, hinreißend anzusehen in Silber, Seide und flirrendem Blau. Leicht und locker plauderte Angela Ahn mit ihrem Publikum, immer mal unterbrochen von ihren Schwestern. "Wir lieben euch", rief sie in den Saal. Das klang ziemlich amerikanisch, aber "anyway" - egal -, wie Angela sagte, das Publikum hatte die Liebe längst erwidert.
Dabei machen es die drei gebürtigen Koreanerinnen, Absolventinnen der renommierten Juilliard School in New York, ihren Zuhörern nicht unbedingt leicht. "Kein Bach, kein Beethoven" stand auf dem Programm - wie Festival-Intendant Hermann Lewen eingangs feststellte - sondern zeitgenössische Komponisten, mit denen das Trio seit Jahren arbeitet und sein Repertoire erweitert. Wie sehr die Musikerinnen dabei von ihren Erfahrungen in der der klassischen Kammermusik profitieren und wie talentiert sie neue Akzente setzen und experimentieren, das bewiesen sie einmal mehr in Trier.
Frisch, kraftvoll, spannungsreich musizierten die Schwestern: Geradezu atemberaubend ist ihr Zusammenspiel, ihre Zwiesprache, ihre Fähigkeit, sich gegenseitig mitzunehmen, zu halten und voranzutreiben.
Genau die richtige Mischung aus traumverlorener Klangsinnlichkeit und beherztem Zugriff, aus Rhythmus und Poesie bestimmte den Abend. Die Schwestern begannen mit dem kontrastreichen Klanggemälde des Brasillianers Nelson Ayres. Aus dem spannungsreichen Spiel des Trios entstanden brasilianische Landschaften mit Stromschnellen, wellenreitenden Kanus und der Härte von Wüste und Wildnis. Atmosphärisch wunderbar: Pat Methenys koreanische Geisterstunde "Yu Ryung". Fast unwirklich, das hingehauchte Zittern von Angela Ahns Geige in David Balakrishnans "Tremors". Eine Musik, so zart, dass man den Atem anhält.

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