HINTERGRUND

Händels Alcina Die Oper "Alcina" entstand 1735, als der Komponist Georg Friedrich Händel in London um seine Vormachtstellung als Chef des angesehensten Musiktheater-Unternehmens kämpfte. Das effektvolle Stück mit vielen für die damalige Zeit sensationellen Bühnen-Effekten war ein Riesenerfolg, verschwand aber dann für mehr als zwei Jahrhunderte in der Versenkung.

Seit den 80er-Jahren ist es eines der meistgespielten Schlüsselwerke bei der weltweiten Wiederentdeckung der Barock-Oper. Die Handlungsidee entstammt dem Epos vom "Rasenden Roland" (im Original: "Orlando furioso"). Die Geschichte spielt auf einer Insel, wo die Zauberin Alcina ihre verflossenen Liebhaber in Tiere oder Naturgegenstände verwandelt. Ihr aktueller Geliebter Ruggiero, den sie ausnahmsweise wirklich liebt, hat seine eigentliche Braut Bradamante durch ihren Zauber vergessen. Selbige taucht, als Mann verkleidet, auf der Insel auf, um Ruggiero zurück zu erobern, was freilich dadurch kompliziert wird, dass sich Alcinas Schwester Morgana in den vermeintlichen Jüngling verliebt. Trotz der mehrstündigen Irrungen und Wirrungen ist "Alcina" keine Komödie, sondern ein feinfühliges, mit exakten Charakterzeichnungen ausgestattetes Beziehungsdrama. Die Oper besteht fast ausschließlich aus koloraturgeprägten Rezitativen und Arien mit vielen Wiederholungen und filigranen Verzierungen. Sie stellt höchste Ansprüche an die sieben Solisten. Am Trierer Theater ist "Alcina" die erste Barock-Oper seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Antikenfestspiele zeigten 2001 eine stimmungsvolle Produktion von Monteverdis "Orfeo" in den Kaiserthermen. (DiL)